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Rebell: Robert Böhm wirbt wei ter an der B 11 für sein „XXL Car Wash Center“. 

An der B11

Trotz Verbots: Waschanlagen-Chef wirbt wieder mit Bikini-Mädchen

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Trotz eines Verbots wirbt Robert Böhm an der B 11 für sein „XXL Car Wash Center“. Das Landratsamt hat nun ein Zwangsgeld verhängt.

Geretsried – An der Bundesstraße 11 rekeln sich wieder leicht bekleidete Damen. Robert Böhm macht mit dem Plakat, das auf der Ladefläche eines Pick Ups befestigt ist, Werbung für seine Autowaschanlage „XXL Car Wash Center“ an der Blumenstraße. Nachdem der Betreiber im Oktober Ärger mit dem Landratsamt hatte, stand die Tafel länger nicht mehr in der Haltebucht neben der Ampelanlage an der Blumenstraße. Jetzt ist sie wieder da. Damit geht das Spiel wieder von vorne los.

Der Waschanlagen-Betreiber hat seine Werbung vor gut einer Woche an der B 11 platziert – eine Ausnahmegenehmigung hat Böhm dafür nicht. Die Beseitigungsanordnung des Landratsamts ließ nicht lange auf sich warten. „Wir haben sie vergangene Woche rausgeschickt“, sagt Sprecherin Marlis Peischer auf Nachfrage. Der Pick Up muss innerhalb von drei Tagen entfernt werden, und es wird ein Zwangsgeld in Höhe von 150 Euro verhängt.

Solche mobilen Werbeanlagen sind außerorts an einer Bundesstraße nicht gestattet, da sie Autofahrer möglicherweise vom Straßenverkehr ablenken, erklärt Peischer. Die Frauen, die sich im Bikini über ein Auto beugen, ziehen in der Tat die Blicke auf sich – so wie es bei erfolgreicher Werbung sein sollte. Karin Weiß, Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamts, kritisierte das Bild im Herbst als „sexistisch“. Damit habe die Beseitigungsanordnung aber nichts zu tun, sagt Peischer. „Im Außenbereich ist keine Werbung gestattet.“

Robert Böhm überlegt noch, wie er auf den Beseitigungsbescheid reagieren soll. Er fürchtet, seinen Pick Up mit der Werbung nirgends mehr abstellen zu dürfen, wenn er hier sein Unrecht eingesteht. „Ich kann nicht verstehen, dass so ein Tamtam darum gemacht wird, in Rosenheim stehen jede Menge solcher Werbetafeln von Waschanlagen an der Straße“, sagt er.

Außerdem werde seiner Ansicht nach mit zweierlei Maß gemessen. „Die Stadt wirbt auf der Böhmwiese an der Straße, aber wir dürfen das nicht, obwohl es ein Privatgrund ist“, ärgert sich Böhm. Er habe beantragt, eine feste Werbetafel zur Abfahrt hin aufzubauen. Das sei aber nicht genehmigt worden. Deswegen behilft er sich mit seiner fahrenden Werbung.

„Ich mache das aber nicht, um das Landratsamt zu ärgern“, stellt er klar. Die Werbung an diesem Standort sei entscheidend für sein Geschäft. Laut seiner Statistik, kommen etwa 20 Prozent mehr Kunden. „Wenn der Pick Up draußen steht, merken wir das sofort.“ 

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