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Großer Auftritt: Für das Fest der Kulturen hatten die Mittelschüler extra zwei Lieder einstudiert. 

Mittelschule Geretsried feiert Fest der Kulturen

Vom türkischen Tanz bis zur russischen Limo

Geretsried  - Kinder aus 27 Nationen werden an der Geretsrieder Mittelschule unterrichtet. Das wurde jetzt mit einem bunten Fest der Kulturen gefeiert.

Es duftet nach griechischem Schafskäse mit Spinat im Blätterteig, nach frisch gebackenem, russischen Zupfkuchen und nach exotischen Gewürzen. Mädchen mit Kopftuch laufen fröhlich neben feschen, jungen Dirndlträgerinnen über den Pausenhof. Von der Wiese her dringen die Anfeuerungsrufe von der „Mini-EM“, die ausgeweitet wurde auf afrikanische Länder, Syrien, Afghanistan und Irak. Die Mittelschule feierte am Freitagnachmittag ein Fest der Kulturen.

40 Kinder singen "We are the World"

27 unterschiedliche Nationen werden laut Rektorin Magdalena Singer zurzeit an der Schule unterrichtet. 54 Prozent aller Schüler haben einen Migrationshintergrund. Das sei freilich nicht immer einfach, sagt die Schulleiterin. Sie sieht die Vielfalt aber auch als Bereicherung. Am besten sichtbar wird das beim gemeinsamen Feiern. Zum türkischen Tanz mit orientalischer Musik sind alle eingeladen. Ein Chor, bestehend aus rund 40 Kindern aller Hautfarben, singt den Hit „We are the World“ sowie ein russisches Lied. Die Sozialarbeiterin Gabriele Gomez und die Musikschullehrerin Yvetta Martos haben die beiden Stücke mit den Mädchen und Buben vier Wochen lang einstudiert.

Der gesamte Pausenhof hat sich in eine große Länderkunde-Ausstellung verwandelt. An Ständen präsentieren die Schüler die wichtigsten geografischen, geschichtlichen und kulturellen Besonderheiten ihrer Herkunftsnationen, beziehungsweise der Nationen, für die sie sich interessieren. Die zwölfjährige Laura aus der 5c ist erst vor drei Monaten aus Tschechien nach Deutschland gekommen. Ihre Freundin Alexandra (12) hat ihr bei der Vorbereitung der Plakate geholfen. Die Bierstädte Pilsen und Budweis sind darauf abgebildet. Eine Probierpackung der berühmten Karlsbader Oblaten darf nicht fehlen.

Auch die "Heimat von Dracula" ist vertreten

Der zehnjährige Dimitrij, dessen Eltern aus Russland stammen und der sowohl Deutsch als auch Russisch spricht, schenkt am Stand nebenan eine russische Limonade namens Buratino aus. „Schmeckt wie Kaugummi“, sagt eine Klassenkameradin und verzieht das Gesicht, nachdem sie einen Schluck genommen hat. Rumänien, „die Heimat von Dracula“, Albanien, Polen und die Staaten des ehemaligen Jugoslawien sind vertreten. Stolz erklärt Labriana mit Wurzeln in Alexandropolis einem Besucher die griechische Flagge. Blau stehe für das Meer, Weiß für die Reinheit des Kampfes für die Unabhängigkeit. Es gibt viel Wissenswertes zu erfahren an diesem Nachmittag. Die Asylbewerberkinder aus Syrien und Afghanistan, die noch nicht so lange in Geretsried leben, wurden von einem iranischen Künstler unterstützt, der Farsi spricht. Auf Fotos sind Menschen beim „Dabk“, einem typischen, syrischen Tanz zu sehen. Das war vor dem Krieg.

Auch Deutschland und Bayern sind zwei Info-Tische gewidmet. An letzterem trifft man die Mädchen im Dirndl wieder. „Freude an der Vielfalt“ habe das Motto für die Vorbereitungen gelautet, sagt Rektorin Singer. Es wurde eindrucksvoll umgesetzt.

von Tanja Lühr

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