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Das erste Drittel seiner Amtszeit ist um: CSU-Bürgermeister Michael Müller.

Nach einem Drittel seiner Amtszeit

Bürgermeister skizziert seine Pläne

Geretsried - "Der gordische Knoten ist gelöst": Über den Durchbruch in Sachen S-Bahn und weitere wichtige Projekte sprach Bürgermeister Michael Müller in der CSU-Jahresversammlung.

Eine Drittelzeit-Bilanz zog Bürgermeister Michael Müller in der CSU-Jahresversammlung im Gasthof Geiger.„Nach zwei Jahren ist Müller als Bürgermeister angekommen“, meinte der Ortsvorsitzende Ewald Kailberth. In den 20 Jahren zuvor habe sich in Geretsried nicht so viel getan wie in den vergangenen beiden Jahren. CSU-Fraktionssprecher Volker Reeh führt dies auch auf das gute Miteinander im Stadtrat zurück: „Es ist sehr schön, mit SPD, Grünen und Freien Wählern zu arbeiten. Es herrscht ein fairer Umgang.“

Mit dem Slogan „sozial, familienfreundlich, wirtschaftlich stark“ war Michael Müller 2014 für die CSU angetreten. Was er auf den verschiedenen Gebieten erreicht hat und was noch vor ihm liegt, umriss er vor etwa 35 Parteifreunden und Besuchern.

S-Bahn, B11 und ein urbanes Zentrum

Als großen Durchbruch bezeichnete er das Abkommen mit dem Freistaat zur S 7-Verlängerung. Nachdem sich Geretsried, Wolfratshausen und der Landkreis mit insgesamt 17 Millionen Euro am Bau eines S-Bahntunnels unterhalb der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen beteiligen wollen, sei der „gordische Knoten gelöst“. Müller zufolge könnte die Umplanung bis 2018 fertig sein. Bis 2020 könnten Grunderwerb, Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten stattfinden, so dass in etwa zehn Jahren der erste Zug in die „größte Stadt im Süden zwischen München und Garmisch“ rollen könnte. Mindestens genau so lange werde es dauern, bis die vor kurzem in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommene B 11 an den Schwaigwaller Hang verlegt ist. Für Müller ein perfektes Timing, um in der Zwischenzeit das Zentrum zu „urbanisieren“. Eine solche Chance zur Stadtentwicklung wie jetzt komme vielleicht erst in 20 bis 30 Jahren wieder, glaubt er.

"Wohnen ist ein Menschenrecht"

In Superlativen spricht der Rathauschef auch bei der geplanten Bebauung des ehemaligen Lorenz-Areals mit rund 550 Wohnungen, überwiegend für schwache und mittlere Einkommen. Es sei „eines der größten Wohnungsbauprojekte in Oberbayern“, so Müller. Er habe deshalb sogar eine Einladung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zu einem Treffen erhalten. Um weiteren, dringend nötigen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, plane die Stadt mittelfristig die Umnutzung von Gewerbegebieten. Die Unternehmen würden natürlich die Möglichkeit zum Umsiedeln erhalten. „Wohnen ist ein Menschenrecht. Tun wir nichts, ziehen die Leute weg“, sagte der Bürgermeister.

An bevorstehenden Großinvestitionen nannte der 47-Jährige das „so genannte interkommunale Hallenbad“ – die Bezeichnung verdiene es nur, wenn sich alle Nachbarkommunen finanziell daran beteiligten –, die Sanierung der Mittelschule und die Verbesserung der Sportstätten einschließlich des Eisstadions. Auch wenn ein Schulneubau auf Wunsch des Stadtrats gerade geprüft werde – er persönlich, so Müller, plädiere für die Generalinstandsetzung der maroden Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Unterrichts in einem Anbau. Innerhalb von sieben Jahren ließe sich dieses Konzept verwirklichen.

Sportstätten sollen stufenweise saniert werden

Stufenweise will der Bürgermeister die Sportstätten für 3,5 Millionen Euro sanieren. Um Geduld bittet er bei einem neuen Dach fürs Eisstadion. „Da hängt viel mehr dran. Wir müssen für den Schallschutz sorgen und so weiter.“ Heuer würden immerhin die Banden und die Piste repariert. Der Rathauschef kritisierte in dem Zusammenhang „die Anspruchshaltung“ mancher Bürger und nannte das Beispiel der toten Maus in der Mittelschul-Turnhalle. Wie berichtet hatte ein TuS-Vorstandsmitglied der Stadt vorgeworfen, die Halle nach dem Auszug der Asylbewerber nicht ordentlich sauber gemacht zu haben.

Verärgert ist der Bürgermeister über die ständigen Nörgeleien am Neuen Platz. Dort stünden über 40 Bäume, von einer „Betonwüste“ könne keine Rede sein. Die Umgestaltung sei – wenn auch nicht unter Müller – mit Bürgerbeteiligung entstanden.

Tanja Lühr

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