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In der Mittelschul-Turnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried sind derzeit bis zu 100 Asylbewerber einquartiert. Im März möchte die Regierung von Oberbayern die Not-Erstaufnahmeeinrichtung auflösen.

Kein Sichtschutz fürs Hallenbad

Turnen statt Asyl: Mittelschulhalle wird im März geräumt

Geretsried – Die Not-Erstaufnahmeeinrichtung in der Mittelschul-Turnhalle wird im März geräumt. Dann ist dort wieder Sportunterricht möglich. Das Hallenbad bleibt derweil ohne Sichtschutz.

Nach Ostern könnte die Mittelschul-Turnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried tatsächlich wieder als Sportstätte genutzt werden. Die Regierung von Oberbayern hat dem Landratsamt in Aussicht gestellt, die Not-Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Kalenderwoche elf aufzulösen. Das wäre Mitte März. „Mit diesem Termin planen wir“, sagt Thomas Bigl, Leiter des Kreissozialamts, auf Nachfrage unserer Zeitung. Derselbe Termin gelte für die Räumung der Turnhalle am Tölzer Schulzentrum, die derzeit ebenfalls als Asylquartier genutzt wird.

Der Termin ist mit "gewisser Unsicherheit" behaftet

Thomas Bigl, Leiter des Kreissozialamts

Beide Turnhallen sind inzwischen vier Monate belegt, ursprünglich war von sechs bis acht Wochen die Rede. Auch der neue Termin ist laut Bigl „mit einer gewissen Unsicherheit“ behaftet. Denn: Nimmt der Zustrom an Asylbewerbern wieder abrupt zu oder gibt es anderweitige Kapazitätsprobleme in den Münchner Erstaufnahmeeinrichtungen, würde nach dem Notfallplan wieder auf Turnhallen im Umland zugegriffen.

Das Geretsrieder Hallenbad bleibt vorerst ohne Sichtschutz

Laut Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller ist die prognostizierte Räumung der Halle in Geretsried mit ein Grund, warum es am Hallenbad noch keinen Sichtschutz gibt. Den hatte der Rathauschef versprochen, nachdem mehrere Männer im Januar spätabends an den Scheiben gestanden und Frauen beim Schwimmtraining beobachtet hatten. Inzwischen sei klar, dass es sich um Asylbewerber aus der Turnhalle gehandelt hatte, sagt Müller.

Nach einem Ortstermin am Bad habe die Stadtverwaltung Angebote eingeholt, was das Aufbringen von matten Folien an den Außenscheiben kosten würde. Bis auf den einen Vorfall, den besorgte Schwimmerinnen publik gemacht hatten, habe es aber „keine Vorkommnisse mehr gegeben“. Die Betreuer hätten zudem mit den Asylbewerbern in der Turnhalle über das Thema gesprochen. Auch die Polizei stelle derzeit keine signifikante Gefährdung fest. Müller: „Wir beobachten das weiter, aber mahnen zur Ruhe und Besonnenheit.“

dor

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