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Für ihre ausgezeichnete Nachwuchsarbeit wirbt die Badminton-Abteilung des TuS Geretsried auf der Crowdfunding-Internetseite. Mit Hilfe dieses Projekts möchte die Sparte neue Sponsoren gewinnen, denn Corona-bedingt ist der Etat geschrumpft.

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TuS-Badminton: Gegen Geld gibt’s graue Haare

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga: Erfolgreiche Geretsrieder Abteilung will mit einem Crowdfunding-Projekt ihre Nachwuchsarbeit finanzieren. 

Geretsried – Über viele Jahre hat sich die Badmintonsparte des TuS Geretsried zu einer überregional anerkannten Größe – insbesondere was die Nachwuchsarbeit betrifft – entwickelt. Die Früchte ernteten die Aktiven und Verantwortlichen vor zwei Jahren mit dem geglückten Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd, an dem unter anderem die einheimischen Talente Ann-Kathrin Spöri, Michelle Deschle sowie Noah und Samuel Gnalian beteiligt waren. Die Mannschaft stieg zwar nach nur einer Saison wieder ab, doch in diesem Jahr mischte man mit weiteren talentierten Youngstern wie Simi Pal und Philipp Bußler in der Regionalliga erneut ganz vorne mit. Allerdings wurde der Punktspielbetrieb im März Corona-bedingt abgebrochen, dafür erhielt der TuS jedoch als Tabellenführer vom Verband grünes Licht für die zweite Liga.

Um diese Klasse möglichst lange halten zu können, möchte die Abteilung ein Fundament schaffen: „Wir wollen den Badminton-Stützpunkt Geretsried weiter ausbauen und dafür sorgen, dass wir unsere Erste Mannschaft zum Großteil aus Eigengewächsen aufstellen können“, erklärt Markus Krekemeyer. Der 28-Jährige kümmert sich deshalb um die Werbung für ein Crowdfunding-Projekt, mit dem die Sparte weitere Unterstützer gewinnen möchte. „Wir wollten in diesem Jahr unsere Angebote und Trainingscamps für Kinder ausbauen. Leider sind uns wegen Corona einige Sponsoren abgesprungen oder können uns weniger Geld zur Verfügung stellen“, berichtet Krekemeyer.

Der finanzielle Aufwand für die Talentförderung ist erheblich. „Jährlich fallen etwa 15 000 Euro für Trainerhonorare an. Es sind acht Übungsleiter tätig, davon zwei mit A-Lizenz“, erklärt der TuS-Sprecher, der selbst in der Zweiten Mannschaft aktiv ist. Damit sei es möglich, für alle gemeldeten Teams ein gut abgestimmtes Training anbieten zu können. „Einige Aspekte wollen wir beihalten, andere im nächsten Jahr sogar erweitern“, betont der 28-Jährige und nennt unter anderem Wochen- und Wochenend-Trainingslager sowie die Betreuung von Jugendturnieren durch qualifizierte Coaches. Momentan liegt wie in vielen anderen Disziplinen auch im Badminton der Sportbetrieb auf Eis. „Leider können wir schon seit drei Monaten nicht mehr in die Halle“, sagt Markus Krekemeyer. Deshalb halten sich die Aktiven durch Krafttraining daheim sowie Joggen fit. „Mehrmals in der Woche führen wir Online-Einheiten durch. Hier machen abwechselnd zwei unserer Trainer wöchentlich Übungen, die man über die Webcam nachmachen kann.“ Und bedauerlich sei nicht zuletzt, „dass wir wegen des plötzlichen Saisonabbruchs gar keine Aufstiegsparty feiern konnten“. Für das Crowdfunding-Projekt haben sich die Verantwortlichen einiges einfallen lassen. Unterstützer können ab sofort, aber nur bis zum 28. Juni, über ein Internetportal einen Geldbetrag in selbst gewählter Höhe spenden. „Wird das von uns auf 5555 Euro festgelegte Limit erreicht, bekommt der TuS das Geld ausbezahlt und außerdem noch aus einem Fonds von Toyota eine Prämie für jeden Förderer“, erklärt Markus Krekemeyer. Bleibt man jedoch unter der Höchstgrenze, geht die Badminton-Sparte leer aus und die Sponsoren erhalten ihr Geld zurück. „Es geht also nach dem dem Alles-oder-Nichts-Prinzip.“

Sponsoren-Prämie: Für eine Spende von 600 Euro würde sich das Badmintonteam die Haare grau färben lassen.

Was die Prämien für die Spender betrifft, so hat sich die Sparte viele praktische und auch witzige Dinge einfallen lassen. Da gibt es beispielsweise einen Multifunktions-Türöffner für Corona-Zeiten von einer Penzberger Firma, einen neuartigen Outdoor-Badmintonball, Gutscheine von Fahrrad-Oswald in Wolfratshausen sowie Shirts, Handtücher und Trikots, die von der Geretsrieder Firma Furevo gestaltet wurden.

Die Geldgeber können sich aber auch für immaterielle Gutscheine entscheiden. „Wir machen einen Drive-In fürs Staubsaugen im Auto. Oder man darf sich einen Einlauf-Song für die Heimspiele der Ersten Mannschaft wünschen, ein Match gegen unsere Cracks austragen oder eine Trainingseinheit mit einem Akteur oder unserem Diplomtrainer Udo Lehmann bestreiten“, zählt der Spartensprecher auf. Besonders lustig ist allerdings die Topprämie: „Die Spieler des TuS I werden sich für das erste Punktspiel die Haare grau färben lassen, wenn jemand zum Crowdfunding 600 Euro beisteuert.“

Sollte übrigens das Limit von 5555 Euro übersprungen werden, „geht der Überschuss zu 100 Prozent in Trainerstunden und Gemeinschaftsaktionen“, betont Krekemeyer. Und selbstverständlich bekommen alle Unterstützer auch eine Spendenquittung für ihre Steuererklärung.

Infos im Internet: www.toyota-crowd.de/tus-geretsried

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