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Der Kreisausschuss hat den Bau der neuen Turnhalle am Geretsrieder Gymnasium vorerst auf Eis gelegt. Er will die Planung überdenken. Vertreter der Sportvereine reagieren entsetzt.

Turnhallenbau am Geretsrieder Schulzentrum verzögert sich 

TuS-Chef: „Für uns ist das eine Katastrophe“

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Der Kreisausschuss hat den Bau der neuen Turnhalle am Geretsrieder Gymnasium vorerst auf Eis gelegt. Bei den Sportvereinen sorgt diese Entscheidung für Entsetzen. Die Schulleiter sehen der zeitlichen Verzögerung gelassener entgegen.

Geretsried – „Erschreckend“ findet Mirko Naumann die neue Entwicklung. „Das ist der Super-GAU für uns, eine Katastrophe“, sagt der Vorstandsvorsitzende des TuS Geretsried. Er war bis dato davon ausgegangen, dass Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen und im Frühjahr 2019 die neue Halle in Betrieb genommen wird. „Die Entscheidung ist komplett nachvollziehbar“, zeigt der Chef des größten Sportvereins im Landkreis andererseits Verständnis. „Es bestätigt, was wir die ganze Zeit gesagt haben: Eine Zweifachhalle ist zu klein.“ Das regt Michael Newel am meisten auf. „Es sind bei den Vorplanungen alle Vereine befragt worden. Warum hört man denn nicht gleich auf die Leute, die tagtäglich damit zu tun haben?“, kritisiert der Vize-Vorsitzende der Handspielgemeinschaft (HSG) Isar-Loisach, den der Beschluss einfach nur „frustriert“. Man sei froh gewesen, das endlich was passiert, und hätte sich letztlich mit der Zweifachhalle abgefunden. „Jetzt sind alle Betroffenen natürlich enttäuscht, weil der Baubeginn verschoben wird und wir weiter auf zusätzliche Hallenzeiten warten müssen.“

Auch der Geretsrieder Sportreferent Wolfgang Werner, der vom Beschluss des Kreisausschusses aus der Zeitung erfuhr, zeigt sich „not amused, dass sich das Ganze nun verzögert“. Man werde sich am 15. Mai bei einem Treffen der Interessengemeinschaft der Geretsrieder Sportvereine (IGS) besprechen und „die Sache verifizieren“. Über weiterreichende Konsequenzen zu reden, halte er derzeit für zu früh.

Entspannter als die frustrierten Vereinsvertreter reagieren die Schulleiter. „Eigentlich ist es ja ein Glück, dass es zu einem Zeitpunkt passiert, wo man noch nachdenken kann“, sagt Gymnasiums-Direktor Dr. Hermann Deger. Schließlich habe das Landratsamt von der Rückkehr der Regierung zum G 9 und den damit steigenden Schülerzahlen nichts wissen können. Deshalb sei es nun „unabwendbar, dass man genau schaut, was man braucht“, so Deger. Dafür sei es doppeltes Glück, dass diese Woche die Einschreibungen seien. In zwei Tagen lägen aktuelle Zahlen vor, aus denen eine Tendenz der Schülerentwicklung abzulesen sei.

Realschulleiter Christian Zingler sieht die Entwicklung ebenfalls gelassen. „Es war meines Wissens sowieso eine sehr große Zweifachturnhalle geplant. Deshalb denke ich, dass es nicht so problematisch wird, die Halle neu zu planen.“ Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Lehrpläne erwarte er jedenfalls durch die zeitliche Verzögerung „keine massiven Verschiebungen“.

Einer beobachtet die aufkommende Diskussion mit Gelassenheit. Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller hatte frühzeitig zu bedenken gegeben, dass bei der Bedarfsberechnung die Verhältnisse falsch eingeschätzt worden seien. „Es ist nie schlecht, neue Erkenntnisgewinne einfließen zu lassen“, kommentierte Müller die aktuelle Entwicklung. Er hoffe natürlich, dass sich die Bedarfsüberprüfung nicht ewig hinziehe, plädiere jedoch grundsätzlich dafür: „Lieber eine vernünftige Lösung, als ein Schnellschuss.“

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