Ein Läufer im Isarau-Stadion
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Der TuS Geretsried hat fast 300 Mitglieder in der Corona-Pandemie verloren. Der Vorstand sieht aber trotzdem einen „verschworene Truppe“

Eine verschworene Truppe

Corona-Pause: TuS Geretsried hat 285 Mitglieder verloren - vor allem Jugendliche kündigen

  • Clara Wildenrath
    VonClara Wildenrath
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Zwei Lockdowns, langfristige Hallenschließungen, wechselnde Abstands- und Kontaktvorschriften: Die vergangenen eineinhalb Jahre haben auch den TuS Geretsried vor große Herausforderungen gestellt.

Geretsried – „Wir haben viel Zeit und Energie in immer neue Hygienepläne gesteckt“, sagte Vorstandsvorsitzender Mirko Naumann in der Delegiertenversammlung im Vereinsheim. Oft sei es „unendlich schwierig“ gewesen herauszufinden, wie man bei der jeweils aktuell geltenden Infektionsschutzverordnung mit all ihren Updates zumindest ein Minimum an Sportbetrieb anbieten könne. In der Krise habe sich aber auch die Stärke und der Zusammenhalt des Vereins gezeigt: „Der TuS ist eine feste Gemeinschaft, die viel mehr auf die Beine stellen kann als Einzelne es je könnten.“

Corona: TuS erstellte Konzept für das Isarau-Stadion

Naumann lobte vor allem das große Engagement der Trainer und Übungsleiter, die kreative neue Organisationsformen für den Sportbetrieb fanden – seien es Online-Trainings oder Outdoor-Programme für typische Hallensportarten wie Tanzen, Badminton und Handball. Auch die Disziplin und Solidarität der Mitglieder im Umgang mit der Corona-Pandemie erfülle ihn mit Stolz. Der Vorstand arbeitete in der trainingsfreien Zeit aktiv am Sportentwicklungsplan der Stadt mit und erstellte ein Konzept für die optimale Nutzung des Areals rund um das Isarau-Stadion.

Ehre, wem Ehre gebührt: Margit Weißbach (2. von rechts) erhielt die goldene Ehrennadel des TuS Geretsried für ihre Verdienste im Vereinsvorstand und im aktiven Handballgeschehen seit dem Jahr 1988. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt (von links): Mondher Hattab (40 Jahre Mitglied), Gudrun Scheffler (50), Angela Lempart (50), Erika Meyer-Ricks (50), Arnulf Killmann (70), Gerhard Münster (50), Oskar Artner (50) und Erich Reitinger (60).

Spurlos vorüber gingen die jüngsten beiden Jahre aber auch am größten Sportverein Geretsrieds nicht. „Von 2019 bis Mai 2021 haben wir 285 Mitglieder verloren“, erklärte Naumann. Das bedeute ein Minus von rund zwölf Prozent und den „vermutlich größten Schwund, den der TuS je verkraften musste“. In den vergangenen Jahren seien die Mitgliederzahlen dagegen stets kontinuierlich und kräftig gewachsen. Besonders bitter sei, so der Vereinschef, dass der größte Teil der Kündigungen Kinder und Jugendliche betraf: Bei den unter 18-Jährigen betrug der Mitgliederrückgang über 20 Prozent.

Von 2019 bis Mai 2021 haben wir 285 Mitglieder verloren – vermutlich der größte Schwund, den der TuS je verkraften musste.

Vereinsvorsitzender Mirko Naumann

Um dem entgegenzuwirken, hat der TuS wie berichtet eine große Werbekampagne initiiert. Mit zehn Großflächenplakaten im ganzen Stadtgebiet sollen vor allem Kinder zum Sporttreiben im Verein animiert werden. Die Offensive zeigt bereits Erfolg: „Es haben sich schon zahlreiche Kinder zum Schnuppertraining angemeldet“, berichtete Naumann. Auf rege Beteiligung hofft er auch beim großen Sportabzeichentag, den die Leichtathletik-Abteilung am kommenden Samstag, 25. September, für alle Mitglieder und Nichtmitglieder organisiert. „Bringt alle eure Familie und Freunde mit und legt das Deutsche Sportabzeichen ab“, appellierte der Vereinsvorsitzende an die 65 Delegierten.

TuS sieht virtuellen Stadtlauf als „Riesenerfolg“

Von den positiven Ereignissen seit der jüngsten Delegiertenversammlung im Mai 2019 hob Naumann besonders den virtuellen Geretsrieder Stadtlauf 2021 hervor: „Mit 663 Teilnehmern und 1600 Euro Sponsorengeldern, die anschließend im lokalen Handel, in der Gastronomie und Kultur umgesetzt wurden, ein Riesenerfolg.“ Das Feedback der Läuferinnen und Läufer sei so gut gewesen, dass die Abteilung Leichtathletik sogar überlege, einen virtuellen Lauf auch im nächsten Jahr im Vorfeld des hoffentlich wieder „live“ stattfindenden Stadtlaufs anzubieten.

Die Sportlerin der Jahre 19/20: Lara Holzhauer ist Hürdenlangsprinterin

TuS Geretsried: Lara Holzhauer ist Sportlerin der Jahre 2019 und 2020

Zur Sportlerin der Jahre 2019 und 2020 wählte der Vereinsausschuss die Leichtathletin Lara Holzhauer. Mit zahlreichen Podestplätzen auf Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaften und einem vierten Platz bei der Deutschen Meisterschaft zählt die 18-jährige Hürdenlangsprinterin zu den erfolgreichsten TuS-Mitgliedern. Da sie selbst nicht anwesend sein konnte, nahm Naumann als ihr Trainer den Wanderpokal entgegen.

Zweitplatzierte bei der Wahl war Charlotte Prokscha, die 2020 Oberbayerische Vize-Schachmeisterin in der Altersklasse U10 wurde. Platz drei ging an die erste Badminton-Mannschaft für ihren Aufstieg in die zweite Bundesliga.

cw

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