Viel Spaß hatten die Fußballer des TuS Geretsried wie (v. li.) Christoph Herberth, Robin Renger und Marco Walker bei ihrem ersten gemeinsamen Training seit der Zwangspause. Allerdings hatte Trainer Martin Grelics alle Übungen so angelegt, dass der Abstand untereinander gewahrt blieb.

Fußball

TuS-Kicker sind froh, „mal wieder Rasen unter den Füßen zu spüren“

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Geretsrieder Landesliga-Team trainiert zum ersten Mal wieder gemeinsam unter Corona-Regeln. Trainer Martin Grelics setzt auf Gruppenarbeit und individuelle Förderung.

Geretsried – Einen Ball am Fuß und grünen Rasen unter den Fußballschuhen – danach haben sich viele Hobbykicker in unserem Landkreis in den vergangenen Wochen gesehnt. Für die Landesliga-Fußballer des TuS Geretsried hat die corona-bedingte Leidenszeit jetzt ein Ende: Seit vergangenem Dienstag rollt der Ball wieder über den Trainingsplatz an der Böhmwiese, der sich in bestem Zustand präsentiert. „Schön, dass wir wieder raus können“, sagt Stürmer Sebastian Schrills, dem die Freude aufs Training anzusehen ist. Da macht es auch nichts, dass Körperkontakt derzeit noch strikt verboten ist. „Dass das noch keine Vorbereitung ist, ist jedem klar. Aber die Spieler haben Spaß und können mal wieder zusammen sein“, hebt Fußball-Abteilungsleiter Ibro Filan hervor, während er zuschaut, wie Trainer Martin Grelics auf dem Platz die Zonen absteckt.

Techniktraining in Kleingruppen ist angesagt. Der Coach, von Beruf Sportlehrer, kann dem aktuellen Zustand viel Positives abgewinnen. Bietet sich so doch die Möglichkeit, intensiv in Kleingruppen zu arbeiten und so individuelle Schwächen gezielter zu bearbeiten. Dazu ist unter der Saison kaum Gelegenheit. „Wir trainieren Basistechniken. Das macht man eigentlich schon in der F-Jugend. Aber teilweise sind die nicht so verfestigt“, erklärt Grelics mit fröhlichem Schmunzeln. Dann bittet der 34-Jährige seine Spieler, die er heute zum ersten Mal nach mehr als zwei Monaten Pause wieder um sich versammelt, zum Aufwärmen. Ballgewöhnung mit einfachem Passspiel, Ballan- und Mitnahme, je zwei Spieler mit einem Ball. „Alle zusammen, aber mit Abstand“, mahnt der Trainer. „Abstand“, das Kommando hallt immer wieder mal über den Trainingsplatz.

Aber die Stationen sind so aufgebaut, dass die Akteure kaum Gefahr laufen, sich zu nahe zu kommen. Maximal zehn Personen dürfen sich während der Übungen auf einer Platzhälfte aufhalten. Auf die Einhaltung achtet der Trainer penibel. „Man muss manchmal ein bisschen kreativ sein, um alle Vorgaben einzuhalten“, sagt Grelics, dem die Auflagen nach eigenen Angaben einen größeren „organisatorischen Aufwand“ abverlangen.

Koordination mit und ohne Ball war bei der von TuS-Torwarttrainer Günter Hornung (re.) betreuten Station gefragt. Außerdem gab es bei der Premiere noch Torschusstraining mit und ohne Keeper.

In der Mitte des Platzes ist ein Netz gespannt, an dem sich vier Spieler beim Fußball-Tennis vergnügen. Daneben lässt der Chefcoach scharfe Flachpässe mit Torabschluss üben – mit und ohne Torhüter zwischen den Pfosten. In der gegenüberliegenden Platzhälfte fordert Torwart-Trainer Günter Hornung koordinative Geschicklichkeit zwischen Hütchen und Hürden beim Torschusstraining. In gebührendem Abstand hat Christian Steeb ein Auge darauf, dass sein Spielerquartett bei den diversen Dribblings um Stangen und Hütchen nicht schludert. „Ich bin schon froh, mal wieder draußen zu sein, Rasen unter den Füßen zu spüren“, sagt der Co-Trainer des TuS. „Und die Jungs haben Bock, auch wenn es nur einfache Sachen sind, die wir machen können.“ Dann lässt er den Blick für einen Moment über den Platz schweifen und bemerkt angesichts der vielen Kleingruppen: „Ein bisschen skurril ist es schon, das Ganze.“

Benjamin Fister rinnen beim Fußball-Tennis die Schweißperlen von der Stirn. „Das ist ganz schön, um nach fast drei Monaten Pause wieder reinzukommen“, sagt der 36-Jährige. „Aber irgendwann möchte ich schon mal wieder einen Zweikampf machen – auf Dauer könnte es sonst fad werden“, hegt der Senior im Geretsrieder Team Zweifel, wie lange der Spaß am kontaktlosen Technik- und Torschusstraining erhalten bleiben mag. Das ist eine Herausforderung für das Trainerteam, bestätigt Grelics. „Ich bin gespannt, was in drei Wochen ist“, sagt auch Youngster Johannes Bahnmüller, „aber ich möchte nicht wissen, was der Coach sich schon alles überlegt hat.“ Der Übungsleiter schaut kurz herüber und grinst verschmitzt.

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