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Gitarrenhelden: Die Münchner Musiker Uli Widenhorn (li.) und Wolfgang Zenk.

Ping-Pong auf Gitarren

„TwinPicks“ begeistern Publikum im Hinterhalt

Gelting – „TwinPicks“ nennen sich die Münchner Musiker Wolfgang Zenk und Uli Widenhorn – beide Meister der halbakustischen Gitarre. Was das Publikum im Hinterhalt erleben durfte, war ein Spitzenspiel zwischen zwei Könnern auf dem Niveau einer musikalischen Oberliga.

Zenk und Widenhorn zauberten mit dem Plektron Töne aus ihren Gitarren hervor, die von Blues, Gipsy, Jazz bis Rock stilistisch nichts ausließen. Ein Konzert, das das Publikum herausforderte und höchste Aufmerksamkeit abverlangte.

Um anschaulich zu beschreiben, wie das Duo zusammenspielt, ist ein Vergleich mit einem blitzschnellen Ping-Pong-Match nicht verkehrt. Die beiden Profigitarristen spielten sich die Töne und Akkorde zu. Sie nahmen an und gaben ab, sie konterten offensiv und spielten defensiv. Der Klang hüpfte, sprang, stoppte, wurde langsamer und wieder schneller. Im steten Wechsel übernahm einer von beiden die Spielführung, gab sie wieder kunstvoll ab. Allerdings ging bei diesem Gitarren-Match mit zwei ebenbürtigen Protagonisten der Ton nie ins Aus.

Passend bezeichneten die beiden das erste Set des Abends dann auch als „Warming-up“ mit dem sanften Swing-Klassiker „All Of Me“ von Seymour Simon und Gerald Mark aus dem Jahr 1931. Damit leiteten sie in die heiße Phase der Partie ein, in der sie Punkte holen mussten – und die sie vom Publikum per Beifall auch bekamen. Das gelang mit Jazz-Standards, Blues, improvisatorisch verzerrten Walzern, rockigen Countrysongs und Soul. Die Münchner waren nicht wählerisch. Neben eigenen Stücken, wie dem „Spainful“ von Widenhorn, in dem er Elemente der spanischen Gitarre rasant verjazzt, präsentierten sie Django-Reinhardt-Arrangements mit verrocktem Mittelteil und einen selbst gemachten „Extreme“-Song.

Letzterer ließ erahnen, dass Widenhorn ursprünglich klassische Musik in Boston studiert hat und später in die Rockschiene geriet. Partner Zenk, der teils Griffe wie Grätschen auf seinem Instrument setzte, um den außergewöhnlichsten Ton herauszuspielen, ist Musiklehrer am Gitarreninstitut in München, und beherrscht schwierigste Spieltechniken.

Im Hinterhalt präsentierten zwei hochkarätige Profimusiker Hochgeschwindigkeits-Jazz, mussten – um im Ping-Pong-Bild zu bleiben – keinen Satzverlust hinnehmen. Am Ende gab es bei der vom begeisterten Publikum eingeforderten Zugabe dann auch noch ein Freundschaftsspiel: Der Geretsrieder Musiker Titus Vollmer, der im Publikum saß, wurde gebeten, bei einem Blues im letzten Satz des Abends anzutreten.

web

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