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Offene Klassenräume in fröhlichen Farben: Hier lässt es sich gut lernen.

Schulzentrum

Übergangslösung zum Wohlfühlen

Ein Rundgang durch den Interimsbau. Während der Sanierung werden die Schüler im Container unterrichtet.

Geretsried – „SOL 5“, das große O von Sonnenstrahlen umrahmt, steht auf dem Schild zum ersten Stock. Tatsächlich betritt man einen freundlichen, hellen Gang mit Klassenzimmern links und rechts. Glastüren und Glasfenster zum Flur hin lassen Licht in das gesamte Geschoss. In der Mitte liegt der „Marktplatz“, ein Aufenthaltsraum mit fröhlich-grünen Stühlen, dreieckigen Tischen zum Zusammenschieben sowie einer Ecke mit gelben Sitzwürfeln, roten Sitzsäcken und Teppich.

Die Schüler der fünften Klassen des Gymnasiums kennen „ SOL“ – die Abkürzung steht für „Selbst Organisiertes Lernen“ – seit Schuljahresanfang. Provisorisch wurden die offenen Klassenräume, der Marktplatz mit dem bequemen Mobiliar und das pädagogische Konzept bereits in einem Trakt des Schulhauses eingeführt.

Ab 2018 wird dieser Bereich saniert, und die endgültigen, professionellen „Lernlandschaften“ mit vorerst sechs Klassenzimmern werden dort eingerichtet. Bis dahin sind die Gymnasiasten und im Erdgeschoss die Realschüler, die nach einem Umbau ebenfalls Lerninseln bekommen werden, in den Interimsbau ausgelagert. Der Container steht an Stelle des Lehrerparkplatzes und wirkt von innen überhaupt nicht wie eine Übergangslösung.

„Hier lässt es sich bestimmt gut ein paar Jahre lang aushalten“, glaubt die Konrektorin des Gymnasiums, Christine Kolbeck. Während sie Geografie in ihrer 5e unterrichtet, darf unsere Zeitung ihr eine Weile zuschauen. Nach einer Unterrichtseinheit im Klassenzimmer haben die Schüler die Wahl, wo sie die von Kolbeck gestellten Aufgaben erledigen.

In dem Fall sollen sie verschiedene Muscheln ihren Herkunftsländern mithilfe des Weltatlas zuordnen. Am Ende können sie in vorbereiteten Mappen, die auf dem Marktplatz ausliegen, überprüfen, ob sie zu den richtigen Lösungen gekommen sind. Dadurch lernt jeder seinem individuellen Tempo entsprechend. Für Fragen steht die Lehrerin freilich jederzeit zur Verfügung. Wer vor Ende der Stunde fertig ist, darf sich in einen Sitzsack lümmeln, lesen, mit einem Mitschüler leise reden oder einfach nur „chillen“, wie es Enno (11) ausdrückt.

Ihm und seinen Freunden Paul, Tobias, Jacob und Raphael gefällt das neue Reich ausgesprochen gut. „Hier sind keine Schüler aus anderen Klassen. Die Toiletten sind sauber“, zählt Paul zwei Vorteile auf. Raphael stört lediglich, dass er für die Fächer Musik, Kunst, Biologie, Physik und Sport jedes Mal ins Hauptgebäude umziehen muss. Franziska fände es schön, wenn der gesamte Marktplatz Teppichboden besäße. Sophia mag das eigenständige Arbeiten.

Dieses ist laut Christine Kolbeck Bestandteil des „Lehrplans plus“, der ab dem kommenden Schuljahr bayernweit gilt. Nach dem SOL-Konzept sollen in Geretsried alle Schüler der Unterstufe, also alle Fünft- bis Achtklässler, unterrichtet werden. An manchen bayerischen Schulen würden die Jugendlichen bis zur zehnten Klasse in den Genuss von SOL kommen, sagt die Konrektorin.

Die Realschüler können ihre Lerninseln schon früher beziehen. Der Bereich hinter der Aula soll im Herbst fertig sein. Die frei werdenden Räume im Erdgeschoss des Interimsbaus bekommen dann die neuen fünften Klassen des Gymnasiums. Kolbeck sagt, sie freue sich zwar auf das Endergebnis, finde die Zwischenlösung aber auch absolut gelungen.

Sogar ein eigenes Lehrerzimmer mit Kopierer, Regalen für Unterrichtsmaterial und Teeküche haben sie und ihre Kolleginnen im Übergangsgebäude. Kolbeck: „Viele Lehrer wollen ihre Klassen hier ausdrücklich auch im nächsten Schuljahr behalten.“

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