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Herzstück der Ultrafiltrationsanlage sind die Filterstraßen. Hier wird das Trinkwasser für die Stadt Geretsried und die Gemeinde Königsdorf künftig aufbereitet. Stadtwerke-Leiter Jan Dühring erklärte den Baufortschritt.

Ultrafiltrationsanlage

Membrane wie Spaghetti

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Geretsried - Seit einem Jahr wird an der Ultrafiltrationsanlage zur Aufbereitung des Geretsrieder und des Königsdorfer Trinkwassers gebaut. Ende des Jahres soll sie in Betrieb gehen – wenn alles gut geht.

Stadtwerke-Leiter Jan Dühring deutet auf etwas, das wie ein großer Findling ausschaut. „Den haben wir hier im Weg unter der Erde gefunden“, sagt Dühring beim Ortstermin in Königsdorf-Wiesen, wo sich die neue Filteranlage und die drei Brunnen für die Stadt Geretsried und die Gemeinde Königsdorf befinden. Hergegangen ist der Betonklotz beim Verlegen von Rohrleitungen. Gerechnet hat damit niemand. Wie das Riesending in den Boden gelangt ist, darüber lässt sich nur spekulieren.

Die Leitung, die der Betonfindling blockiert hätte, führt zu einer so genannten Versickerungsrigole außerhalb des Wasserschutzgebiets. Diese liegt etwa 430 Meter von der Ultrafiltrationsanlage entfernt. Dorthin werden laut Dühring das Niederschlagswasser vom Gebäude sowie unbelastetes Spülwasser aus der Anlage geleitet.

Insgesamt ist der Stadtwerke-Chef zufrieden mit dem Baufortschritt. Das Gebäude für die Ultrafiltrationsanlage ist so gut wie fertig, und fast alle Rohrleitungen außerhalb des Grundstücks sind verlegt. „Es fehlen noch die Einbindungen zur Einschleifung ins Wasserleitungsnetz“, erklärt er. Das dürfte etwa zwei bis drei Tage dauern. Nächste Woche sollen noch zwei Schächte gesetzt werden. „Aber das ist aufgrund des vielen Regens vom Wochenende nicht so einfach.“ Der Grundwasserstand sei sehr hoch, und das behindere die Baumaßnahme.

Zusätzlich müsse vor dem Gebäude eine Umschlagfläche eingerichtet werden, auf der die Desinfektionstanks mit Chlor, Salzsäure und Natronlauge – was zum Reinigen der Anlage benötigt wird – sicher be- und entladen werden können. „Das war eine Auflage der Behörden“, sagt Dühring. Für jeden Tank gibt es im Erdgeschoss einen extra Raum. Daneben führt eine Tür zum Herzstück des Hauses – der Ultrafiltrationsanlage mit ihrem aufwändigen Rohrleitungsbau. „Ausgelegt ist sie auf einen Durchsatz von 140 Litern pro Sekunde. Das ist die Menge, die Geretsried und Königsdorf wasserrechtlich entnehmen dürfen“, so der Stadtwerke-Leiter. „Und wir wollen in der Lage sein, diese Menge auch aufnehmen zu können.“

Nach der Förderung aus den Brunnen wird das Wasser zukünftig zur Filteranlage geleitet. Bereits im Rohwasserzustrom gibt es laut Dühring einen Vorfilter, der grobe Partikel herausfischt. Anschließend wird das Wasser in einer der drei Filterstraßen aufbereitet – Platz für eine vierte gibt es noch. In den Rohren befinden sich Membrane aus Kunststoff, durch die das Wasser gedrückt wird. „Die sehen aus wie Spaghetti und sind etwa zwei Millimeter dick“, erklärt der Stadtwerke-Chef. Das Reinwasser sammelt sich innerhalb einer Kartusche und wird anschließend zur UV-Anlage zur weiteren Desinfektion weitergeleitet. Nach dieser Aufbereitung wird das Wasser zu den bestehenden Leitungen zurückgeführt und ins Netz eingespeist. In Intervallen von ein bis zwei Stunden werden die Membranen automatisch mit Reinwasser für etwa 45 Sekunden gespült. „Da wird das Wasser von innen nach außen gedrückt.“ Im Abstand von einer oder zwei Wochen folgt eine Spülung mit Chemikalien. „Eventuell gibt es auch längere Intervalle“, sagt Dühring. „Das hängt ganz vom Wasser ab.“

Sofern es zu keinen Verzögerungen kommt, kann die Anlage Ende des Jahres schrittweise in Betrieb gehen. Die Abkochanordnung des Gesundheitsamts wäre damit obsolet, so Dühring. Den genauen Termin bestimme aber die Behörde. Trotzdem werde das Trinkwasser noch eine Weile gechlort werden, weil „der Biofilm in jeder Leitung hin ist“. Um einer Verkeimung vorzubeugen, lasse man die Chlorung „ganz sachte“ auslaufen. Das wird vermutlich bis zum Frühjahr dauern.

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