„Ich wünsche Geretsried ...“: Im Großen und Ganzen sind die Geretsrieder mit ihrer Heimatstadt zufrieden. Manchen wird allerdings zu viel gebaut oder es fehlt etwas. Etwa ein Spielplatz für Hunde und mehr Spielplätze für Kinder. Andere sehnen die S-Bahn herbei, wünschen sich mehr Möglichkeiten zum Ausgehen oder kritisieren, dass mit der Schließung des Penny-Markts in Stein die Nahversorgung in dem Stadtteil weggebrochen ist.
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„Ich wünsche Geretsried ...“: Im Großen und Ganzen sind die Geretsrieder mit ihrer Heimatstadt zufrieden. Manchen wird allerdings zu viel gebaut oder es fehlt etwas. Etwa ein Spielplatz für Hunde und mehr Spielplätze für Kinder. Andere sehnen die S-Bahn herbei, wünschen sich mehr Möglichkeiten zum Ausgehen oder kritisieren, dass mit der Schließung des Penny-Markts in Stein die Nahversorgung in dem Stadtteil weggebrochen ist.

Wir haben nachgefragt

Umfrage: Was wünschen sich die Geretsrieder?

Im Jubiläumsjahr fragten wir Passanten: Was wünschen Sie Geretsried? Die Antworten fielen unterschiedlich aus, es gab aber auch Gemeinsamkeiten. Zum Abschluss der Reihe eine Auswertung.

Geretsried – Alles Gute zum Geburtstag: Im Jubiläumsjahr haben wir Geretsrieder gefragt, was sie ihrem Heimatort zur Feier von 70 Jahre Gemeinde und 50 Jahre Stadt wünschen. Exakt 301 Bürger, etwas mehr Frauen als Männer, hat unsere Fotografin Sabine Hermsdorf-Hiss befragt, meist im Stadtzentrum. Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr kamen auch Stadträte zu Wort. Die Auswertung aller Stimmen zeigt: Absolut unzufrieden ist keiner der Geretsrieder, aber jeder einzelne hat Ideen, wie die Heimatstadt noch schöner werden würde.

So manches davon ließe sich politisch realisieren. Das tägliche „Ich wünsche Geretsried ...“ fand daher im Rathaus durchaus Beachtung. „Wir haben die Serie mit großer Aufmerksamkeit verfolgt“, sagt Bürgermeister Michael Müller auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch wenn es keine repräsentative Umfrage gewesen sei, spiegele sie interessante Momentaufnahmen wider, so der Rathauschef. „Ich habe herausgelesen, dass bei den befragten Bürgern grundsätzlich Zufriedenheit herrscht. Die Menschen finden es gut, wie sich Geretsried entwickelt.“

Viele schätzen Lage und Umgebung Geretsrieds

Tatsächlich loben viele der Teilnehmer die Offenheit der Stadtbevölkerung. Sie schätzen die kulturelle Vielfalt, das freundliche Miteinander und das aktive Vereinsleben. Häufig genannt wurde, wie toll die Lage und Umgebung der Stadt sei – nah an der Autobahn und dem Starnberger See, mit vielen Möglichkeiten zum Spazierengehen (28). Auch den Aufschwung durch die Zentrumsgestaltung beurteilen viele positiv. 35 Passanten allerdings wird zu viel gebaut in Geretsried oder sie halten die neuen Gebäude für zu hoch. „Wir sind doch nicht New York“, konstatiert ein Rentner.

Vielleicht gibt es deswegen anders als in der Weltstadt keine Rooftop-Bar Geretsried. Für eine Lounge auf dem Dach des PulsG plädierte ein 24-Jähriger. Auf die Idee kam zwar nur eine weitere Befragte, 33 andere stießen aber ins gleiche Horn. Sie würden sich mehr Cafés, Bars oder Restaurants wünschen, mehr Gelegenheiten, sich abends länger zusammensetzen oder gemeinsam feiern zu können. Auch das Fehlen eines Bürgerhauses kam dabei zur Sprache. Treffpunkte für Jugendliche vermissen 20 der Befragten.

Die Zielgruppe war bunt gemischt. Die jüngste Teilnehmerin war zwei, der älteste ein 86 Jahre alt. Dazwischen fanden sich die unterschiedlichsten Alters- und Berufsgruppen, vom Familienvater über die Flugbegleiterin bis zum Chemikanten. Die Fragestellung war völlig offen, jeder Passant konnte sein subjektives Empfinden äußern. Die Wünsche entsprechen daher dem, was jeden einzelnen aktuell beschäftigt.

Wie wäre es mit einer Bowlingbahn?

Acht Passanten sprachen einen Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder an, ebenso viele wünschten sich mehr bezahlbaren Wohnraum. Elf Frauen und Männer kritisierten, dass die Nahversorgung in Stein weggebrochen ist. Auch Ausgefallenes ist mitunter dabei. Etwa eine Bowling-, Kart- oder gar Achterbahn, ein Tiny-House-Dorf, ein Escape-Room, ein Geschäft für Nagelprodukte für Profis oder mehr Plätze, an denen sich Hunde ohne Leine austoben können. Für die S-Bahn sprachen sich neun Geretsrieder aus, drei dagegen.

Verhältnismäßig häufig stand auf dem Wunschzettel: mehr Spielplätze oder mehr Angebot, auch für die Kleinsten, auf den bestehenden Spielplätzen (17), mehr Busverbindungen, Haltestellen oder einen den Schichtdiensten entsprechenden Fahrplan (17) und ein Kino (10). Unangefochten auf Platz eins steht das Thema Einkaufsmöglichkeiten. 43 thematisierten das im Rahmen der Umfrage. Die Bedürfnisse sind recht unterschiedlich – von mehr kleinen Geschäften über speziellere Läden (Trachten, Schuhe, Umstandsmode, Vintage-Kleidung) bis hin zu großen Ketten. Besonders hoch im Kurs steht die schwedische Textilhandelskette H&M.

Viele wünschen sich einen Baumarkt

Ein Dauerbrenner ist auch ein Baumarkt, vielen ist der Weg nach Wolfratshausen oder Bad Tölz zu weit. 13 Passanten wünschen sich, Dichtungen und Co. in ihrer Heimatstadt kaufen zu können. Das allerdings, sagt Bürgermeister Michael Müller, sei ein Thema des Marktes. „Wenn ein privater Unternehmer ein geschäftlich erfolgreiches Modell darin sieht, wird er in Geretsried investieren“, so der Rathauschef. Dass es bislang nicht passiert ist, bedeute, dass die Nachfrage für einen Baumarkt in Geretsried nicht vorhanden ist. Sie seien mit Wolfratshausen und Bad Tölz gedeckt. Die baulichen Voraussetzungen seien da. „Wenn ein Baumarkt kommen will, werden wir nicht Nein sagen.“

Einige Anregungen aus der Serie seien wertvoll, so Müller. „Manches davon haben wir aufgenommen.“ Was der Rathauschef jedoch nicht ganz nachvollziehen kann, ist der Wunsch nach mehr Grün auf dem Karl-Lederer-Platz (26). Da frage er sich, wie grün er denn noch sein soll. „Es ist ja kein botanischer Garten, sondern ein Stadtplatz“, so der Rathauschef. „Wir haben uns diesmal wirklich bemüht, große Anpflanzungen zu machen.“

sw

Umfrage: Wie gefällt Ihnen der umgestaltete Karl-Lederer-Platz?

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