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Vor der Gedenktafel im Rathaus begrüßten (v. li.) Georg Hodolitsch von der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und Vize-Bürgermeister Hans Hopfner die jungen Gäste aus Ungarn. Die Tafel erinnert an die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn in den Wirren des Zweiten Weltkriegs.

Reise in die Vergangenheit

Ungarische Schüler zu Gast in Geretsried

Anlässlich des Münchner Gedenktages für die vertriebenen Ungarndeutschen waren 20 Schüler aus Budapest-Soroksar in Geretsried zu Gast. Der Besuch sollte ihnen das Thema Vertreibung näherbringen.

Geretsried – Auf Einladung des ungarischen Generalkonsulats in Bayern, des Hauses des Deutschen Ostens, des Bund der Vertriebenen in Bayern sowie der Deutschen Jugend in Europa zeigten die Schüler der Antal-Grassalkovich-Grundschule in Budapest-Soroksar in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz das Theaterstück „Augenzeugen-Spielzeuge“. Der Besuch in Geretsried sollte ihnen ein konkretes Bild vom Umgang mit dem Thema Vertreibung vermitteln.

Im Namen der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn begrüßte Georg Hodolitsch die jungen Gäste im Rathaus und lobte sie für ihr Theaterstück. „Ich war nicht der Einzige, der dabei Tränen in den Augen hatte“, sagte er. „Sie waren so gut, dass schon angedacht wird, sie mit diesem Stück auch nach Berlin einzuladen.“ Vize-Bürgermeister Hans Hopfner sagte in Anspielung auf die Minustemperaturen: „Draußen herrscht ein frostiges Klima. Aber unsere Beziehung ist das nicht. Wir freuen uns, dass Sie hier sind.“

Geretsrieder Straßennamen erinnern an die alte Heimat

Wie eng die Beziehung gerade zwischen Pusztavám und Geretsried ist, erläuterte Hodolitsch an der Gedenktafel im Rathaus-Foyer. „Die Ungarn siedelten sich hier Ende der 1940er-Jahre an. Noch heute erinnern Straßennamen im sogenannten Blumenviertel wie der Asternweg oder die Lilienstraße an die alte Heimat. Auch dort waren Blumennamen gang und gäbe.“ Viele Vertriebene hätten damals gehofft, wieder zurückkehren zu können, berichtete Hodolitsch. „Mein Opa hat dazugehört. Doch eines Tages ist er losgezogen, um einen Ofen zu kaufen.“ Damit war klar. „Wir konnten nicht mehr zurück.“ Nach dem Empfang im Rathaus führte Anita Zwicknagl die Schüler noch durch das Museum der Stadt Geretsried.

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