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Unter einem Lagerhallendach in Geretsried sollen 70 Wohncontainer für 175 Flüchtlinge aufgestellt werden.

Ungenügendes Brandschutzkonzept

Asylbewerber in Filigranhalle? Kreisbauamt hat Bedenken

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Geretsried – Die geplante Asylbewerberunterkunft in einer ehemaliger Lagerhalle an der Blumenstraße kommt vielleicht nicht wie geplant. Das Kreisbauamt hat Einwände wegen dem Brandschutz.

Die Form der Unterbringung ist ungewöhnlich – und sie sorgt für erhebliche Probleme: Der Brandschutz erschwert die Planungen für die Asylunterkunft in einer ehemaligen Halle der Firma Filigran an der Geretsrieder Blumenstraße. Die Pläne dafür hatte der städtische Bauausschuss im Januar abgenickt, doch das Kreisbauamt hat Einwände. Das Brandschutzkonzept müsse „in entscheidenden Punkten“ überarbeitet werden, erklärt Kreisbaumeisterin Karin Volk auf Nachfrage unserer Zeitung.

Eigentlich sollen unter dem Dach der Lagerhalle 70 Wohncontainer, zum Teil zweigeschossig, für insgesamt 175 Flüchtlinge aufgestellt werden (wir berichteten). Sowohl für die Gebäudehülle als auch für die Containerelemente gelten laut Volk spezielle Brandschutzanforderungen, zum Beispiel was Fluchtwege angeht. Sollte ein Feuer ausbrechen, würde sich zudem unter der Hallendecke giftiger Rauch sammeln. Bei dem Bauantrag handle es sich deswegen „um einen sehr speziellen Fall“.

Grundsätzlich wird das Brandschutzkonzept laut der Kreisbaumeisterin auf zwei Prinzipien überprüft. Erstens, wie die Personenrettung organisiert wird. Und zweitens, ob die tragenden Bauteile dem Feuer solange Widerstand leisten können, bis alle Personen gerettet sind und die Löscharbeiten beginnen. Die Container müssten „feuerhemmend“ sein, das heißt, den Flammen mindestens 30 Minuten standhalten. Das ist im engeren Sinn zwar bei fast keinem Container der Fall, sagt Volk. „Aber sie stehen normalerweise auch im Freien.“ Und sie seien mit Systemen zur Brandfrüherkennung ausgestattet, die alle Bewohner im Notfall akustisch warnen würden.

Für die geplante Unterkunft in der Filigran-Halle gibt es laut Volk zwei Varianten: Entweder der Bauwerber stellt die Container nur eingeschossig auf. Das hätte zur Folge, dass deutlich weniger Asylbewerber einziehen könnten als geplant. Die Alternative wäre, die Container zweistöckig zu bauen, aber an der Außenfassade der Halle anzuordnen. Mit einem punktuellen Aufbruch der Wände könnten dann für die obere Containerreihe zweite Rettungswege geschaffen werden, die direkt ins Freie und erst dann über eine Treppe nach unten führen.

Das Kreisbauamt stehe „in enger Abstimmung“ mit dem Bauwerber, sagt Volk. „Uns liegt derzeit kein abschließendes Konzept vor.“ Wie lange die Prüfung des Bauantrags noch dauern wird, sei nicht absehbar.

Eigentlich war geplant, dass die Unterkunft spätestens Ende März bezugsfertig ist. In jeder Wohnbox sollen zwei bis drei Flüchtlinge unterkommen, was laut René Beysel vom Landratsamt eine gewisse Privatsphäre ermöglichen soll. Die Gemeinschaftsräume befinden sich laut dem Plan in einem angrenzenden Verwaltungstrakt. Dort werden jeweils 20 Duschen und WCs, drei Küchen, zwei Aufenthaltsräume und ein Büro für Mitarbeiter des Landratsamts eingerichtet. Die Unterkunft wird rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst überwacht. Die Nutzungsdauer ist auf fünf Jahre beschränkt.

dor

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