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Diskriminierung von Frauen? Auf die neue Werbung von Waschstraßen-Betreiber Robert Böhm ist der Deutsche Werberat aufmerksam geworden. 

Werbung für Waschanlage

Unnatürliches Gesäß sorgt für Beschwerde beim Deutschen Werberat

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Die Geretsrieder Waschanlage von Robert Böhm hat neue Werbeplakate  und wieder Ärger damit. Jemand hat eine Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt.

Geretsried – Erneut sorgt die Werbung von Robert Böhm für sein XXL Carwash-Center in Geretsried für Unmut. Jemand hat beim Deutschen Werberat Beschwerde gegen Böhms neue Plakate eingelegt. Sie zeigen die Rückseite einer knapp bekleideten Frau, die ein Auto wäscht.

Wem die Werbung missfällt, weiß Böhm nicht. An den Werberat kann sich grundsätzlich jeder wenden. Der Name des Beschwerdeführers – oder der Beschwerdeführerin – wird vertraulich behandelt, sofern es sich nicht um eine Organisation, Institution oder Behörde handelt.

Wer betreibt solchen Aufwand?

„Ich finde es eigentlich ein bisschen feige, dass derjenige sich nicht selbst bei mir gemeldet hat“, sagt der Waschstraßen-Inhaber. Seinen Kunden gefalle die Werbung, daher glaube er auch nicht, dass sich die Masse daran stört. Böhm wundert sich, dass jemand den Aufwand betreibt, sich an den Werberat zu wenden. „Ich geh’ in meiner Freizeit lieber Kaffeetrinken oder leg’ mich an den See.“

Der Beschwerdeführer wirft Böhm vor, dass er mit seiner Werbung den Eindruck erwecke, die Frau sei käuflich erwerbbar. „Die Tatsache, dass nicht einmal der Kopf der Frau abgebildet sei, verstärkt den Eindruck der Blickfangfunktion des Körpers und Reduzierung auf ihre Sexualität, zumal das Gesäß in Hotpants unnatürlich aussieht“, heißt es in der Begründung der Beschwerde, die der Deutsche Werberat an Böhm weitergeleitet hat.

„Jedes Fitnessstudio und jede Bar wirbt so“

Der Waschstraßen-Betreiber kann das nicht nachvollziehen. „Jedes Fitnessstudio und jede Bar wirbt inzwischen so.“ Er erhalte die Fotos vom Hersteller seiner Waschstraße, wähle etwas aus und gestalte damit seine Plakate. Regelmäßig gebe es neue Kampagnen. „Wir geben uns Mühe, geben unser Bestes, damit unsere Kunden zufrieden ist“, sagt Böhm. Das mache sich auch in den Internet-Bewertungen bemerkbar. „Wir haben die meisten und besten Bewertungen als Waschstraße im Landkreis.“

Der Beschwerdeführer kritisiert auch, dass kein Produktzusammenhang zwischen Waschstraße und Werbung bestehe, „da dort nicht wirklich in diesem Outfit gearbeitet wird“. Ein Vorwurf, den Böhm nicht gelten lässt. „Bei uns arbeiten Frauen, die auch so ausschauen“, sagt er. Sie würden zwar keinen Bikini tragen, dafür Hotpants. „Daran stört sich aber keiner.“

Gleichstellungsbeauftragte kritisierte Frauenbild der Werbung

Die Werbung Böhms und das Frauenbild, das er mit seinen Plakaten vermittelt, hatte bereits im Oktober des vergangenen Jahres die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Karin Weiß, auf den Plan gerufen. Böhm erhielt damals Post vom Landratsamt, dass er den Pick-up an der B 11, auf dem die Werbetafel montiert ist, entfernen müsse – aus verkehrsrechtlichen Gründen. Heuer wiederholte sich der Vorfall. „Es nervt mich schon, dass das immer speziell gegen uns geht“, sagt Böhm. Er will dennoch weiterwerben. „Ich will nicht provozieren, nur Aufmerksamkeit erregen. Ein Schild, auf dem ,Waschstraße‘ steht, ist keine Werbung.“

Der Werberat fordert Böhm in dem Schreiben auf, sich zu der Kritik zu äußern und zu erklären, ob er seine Werbung künftig in dieser Form einsetzen will. „Ich werde mir das nicht gefallen lassen“, so der Waschstraßen-Chef. Er könne sich nicht vorstellen, dass seine Plakate diskriminierend sind.

In so einem Fall entscheidet das 15-köpfige Gremium des Werberats,. Wenn die Mehrheit für eine Beanstandung stimmt, wird Böhm aufgefordert, seine Werbung zu entfernen. Folgt er dem nicht, wird er öffentlich gerügt – so geschehen heuer zum Beispiel bei einer Metzgerei, die im Kino eine Frau im Bikini neben Fleischwaren zeigte. Den Zusatz „Fleischeslust – Zarte Versuchung“ beurteilte der Werberat als sexistisch.

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