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Kleines oder großes Bad? Im September fällt die Entscheidung.

Geretsried setzt Wolfratshausen eine letzte Frist

Hallenbad: „Unser Angebot ist ein Schnäppchen“

Geretsried - Es ist ein Ultimatum: Sollte sich Wolfratshausen bis September nicht entscheiden, sich an den Betriebskosten für das interkommunale Hallenbad zu beteiligen, will Geretsried ein eigenes kleines Bad bauen.

„Hopp oder top?“ Im September will Bürgermeister Michael Müller endgültig darüber entscheiden lassen, ob in Geretsried ein kleines oder großes Hallenbad gebaut wird. Der Stadtrat erneuerte am Dienstag sein Angebot zu einer interkommunalen Zusammenarbeit. Dabei fielen deutliche Worte.

Im Wolfratshauser Stadtrat waren zuletzt Zweifel aufgekommen, ob Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) überhaupt das Mandat seines Gremiums hat, über die Aufteilung der Betriebskosten zu verhandeln. Müller bat deshalb am Dienstag den Stadtrat um ein „deutliches Signal“ an die Nachbarkommunen und auch um „Rückenstärkung“ für die eigene Person. Beides wurde mit einem einstimmigen Beschluss bekräftigt.

Demnach wird Geretsried von dem jährlich zu erwartenden Defizit in Höhe von 750 000 Euro allein 500 000 Euro übernehmen – plus den Anteil der Gemeinde Icking, die eine Beteiligung erwartungsgemäß abgelehnt hat. Der Rest soll auf die anderen sechs Nordlandkreiskommunen verteilt werden, wobei Wolfratshausen mit 105 000 Euro den Löwenanteil tragen müsste. Das lehnt die Nachbarstadt bislang ab.

Bürgermeister appelliert an die Vernunft aller Beteiligten

Müller warb in der Sitzung für das interkommunale Hallenbad: „Ich appelliere an die Vernunft aller Beteiligten, noch einmal für sich zu reflektieren, ob wir die Aufgabe gemeinschaftlich packen.“ Eine Weiterführung des Ascholdinger Bades sei „illusorisch“, und in einem kleinen Geretsrieder Bad könnten die dort wegfallenden Kontingente „nicht abgebildet werden“. Dadurch würde auf den Landkreis der Druck wachsen, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Dies würde er wiederum dort tun, wo der Bedarf am größten ist. „Und es wäre doch idiotisch, wenn der Landkreis neben unserem Bad ein Lehrschwimmbecken baut“, sagt Müller. Diese Kosten müssten über die Kreisumlage alle Kommunen tragen.

Gerhard Meinl„Wenn’s jetzt nicht hupft’s, dann bauen wir unser eigenes Bad. Aus, Äpfel. Amen.“

Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) war nach eigenen Worten nie ein Freund des interkommunalen Hallenbads. „Ein Ersatzbau für unser altes Bad könnte längst stehen“, sagte er. Trotzdem habe er die Entscheidung mitgetragen. Rathauschef Müller habe „mit den mühsamen Verhandlungen gut gehandelt“ und den Beschluss des Stadtrats erfüllt, erst zu bauen, wenn die Wirtschaftlichkeit sichergestellt sei. „Wir wussten alle: An den Investitionskosten wird es nicht scheitern. Kriegsentscheidend sind die Betriebskosten.“

Meinl: "Take it oder leave it"

Ursprünglich, so erinnerte Meinl, sollte das Defizit für Geretsried nicht mehr als 300 000 Euro betragen. „Jetzt fressen wir schon 500 000 Euro“, sagte er. „Ein Schnäppchen oder eine tolle Sache für Geretsried ist das nicht.“ Jetzt könne man zu den anderen Kommunen nur noch sagen: „Take it or leave it.“ Oder auf gut Bayerisch: „Wenn’s jetzt nicht hupft’s, dann bauen wir unser eigenes Bad. Aus. Äpfel. Amen.“ Vielleicht, so fügte Meinl hinzu, wäre der Geretsrieder Bürger damit sogar „besser bedient“.

Weidinger: "Risiko bleibt einzig und allein bei der Stadt Geretsried"

So „drastisch“ wollte es Robert Lug nicht ausdrücken. „Wir wollen das große interkommunale Hallenbad, weil es deutliche Vorteile bringt“, sagte der Fraktionssprecher der Freien Wähler – auch wenn das Risiko, wie sein Kollege Lorenz Weidinger ergänzte, „einzig und allein bei der Stadt Geretsried bleibt“. Für die anderen Kommunen sind die Betriebskosten auf zehn Jahre festgeschrieben. Schwankungen muss allein Geretsried ausgleichen. Fazit von Grünen-Fraktionssprecher Volker Witte: „Das Angebot, das wir den anderen machen, ist ein absolutes Schnäppchen.“

In seiner Funktion als Sportreferent richtete SPD-Stadtrat Wolfgang Werner einen Appell an seinen Amtskollegen Benedikt Brustmann in Wolfratshausen. Im Interesse der Vereine und der Rettungsorganisationen sollte dieser Verantwortung tragen und in seinem Stadtrat Überzeugungsarbeit leisten. Bis September bleibt dafür noch Zeit.

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