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Wahl vor der Wahl: Bei Bürgermeister Michael Müller, Heidi Dodenhöft (Jugendreferentin) und Rudi Mühlhans (Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried) dürfen unter 18-Jährige vorab ihre Stimme für den Bundestag abgeben.

Geretsried beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Unter 18-Jährige sollen wählen: Interesse an Politik früh wecken

Offiziell dürfen unter 18-Jährige noch nicht wählen, in Geretsried werden sie aber nicht von der Bundestagswahl ausgeschlossen. Die Stadt beteiligt sich an der Aktion „U18-Wahl 2017“.

Geretsried – Bevor die Erwachsenen ihr Kreuz setzen, dürfen rund 2500 Kinder und Jugendliche im Rahmen der bundesweiten Aktion „U18-Wahl 2017“ am 15. September den neuen Bundestag wählen. Mit dabei ist auch Geretsried. „Wir wollen den Nachwuchs dabei unterstützen, sich eine politische Meinung zu bilden“, erklärt Bürgermeister Michael Müller.

Die Wahl hat zwar keinen Einfluss darauf, wer nach dem 24. September das Land regiert, eine reine Spaßwahl ist sie trotzdem nicht. Die Aktion ist mit Informationen über Staatsaufbau, Demokratie und die verschiedenen Parteien verbunden. U18-Wahlen auf Landes- und Bundesebene gibt es bereits seit 1996. Jugendrat Felix Leipold hatte die Idee, dass sich Geretsried heuer beteiligt. Der Bürgermeister, Jugendreferentin Heidi Dodenhöft, Rudi Mühlhans vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJSA) und der Kreisjugendring mussten nicht überredet werden.

Am Tag der „U18-Wahl 2017“ gehen etwa 15 ehrenamtliche Mitarbeiter sowie amtierende Jugendräte vormittags an die weiterführenden Geretsrieder Schulen. Eine Schulstunde lang werden je zwei Mitarbeiter die Schüler neutral informieren. In der darauffolgenden Stunde dürfen die unter 18-Jährigen freiwillig und geheim ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel machen. „Sicher werden manche aus Jux der Veganer- oder der HipHop-Partei ihre Stimme geben“, sagt Mühlhans.

Die Initiatoren erwarten trotzdem positive Effekte von der Aktion. „Junge Menschen werden an das Wahlrecht herangeführt. Sie erleben tagtäglich, dass andere Menschen aus ihrer Heimat fliehen, in der das freie Wahlrecht keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Müller. Heidi Dodenhöft möchte „das Interesse an Politik frühzeitig wecken“. Mühlhans findet es gut, dass sich Geretsried „als größte und dynamischste Stadt im Landkreis“ beteiligt. Auch Bad Tölz ist übrigens dabei.

Das Auszählen der Stimmen übernehmen ab 18 Uhr ebenfalls die ehrenamtlichen Initiatoren. Die Ergebnisse werden im Internet auf www.u18.org veröffentlicht. Ab 19 Uhr haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich im Jugendzentrum Saftladen zu den Wahl-Ergebnissen auszutauschen und mit Politikern zu diskutieren. Mühlhans hat die Kreisvorsitzenden und Direktkandidaten der Parteien eingeladen, die bei über fünf Prozent der Stimmen liegen. Zugesagt haben Martin Bachhuber (CSU), Hannes Gräbner (SPD), Karl Bär (Die Grünen), Dr. Klaus Andrae (FDP) und Andreas Wagner (Die Linke). Vertreter von AfD und Piratenpartei haben nicht zugesagt. Moderiert wird der Abend von Josef Birzele, Leiter der Jugendsiedlung Hochland. Ausklingen wird er bei einer Wahlparty mit dem Stadtradio Batsch!FM.

„Ich bin mir sicher: Neun Tage später werden die Jugendlichen bei den Ergebnissen der Bundestagswahl ganz anders hinhören“, sagt Heidi Dodenhöft. Auch die Diskussion innerhalb der Familien werde durch die Aktion angekurbelt, hofft die Jugendreferentin.

(Tanja Lühr)

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