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Bekannte Gesichter: Horst Niegel (re.) bleibt Vorsitzender des Vereins Arbeit für Jugend. Ebenso in ihren Ämtern bestätigt wurden Schatzmeisterin Karen Hellweg und Schriftführer Hans Grasberger.

Flüchtlingskrise stellt die Coaches vor neue Herausforderungen

Verein Arbeit für Jugend: Mit den Coaches zum Erfolg

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Geretsried – Tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit und achtbare Erfolge bei der Betreuung von Jugendlichen: Der Verein Arbeit für Jugend zog in seiner Jahresversammlung eine positive Bilanz. Nicht nur die Flüchtlingskrise stellt die Coaches vor neue Herausforderungen.

Die Wirtschaft im Oberland brummt – je nach Definition herrscht sogar Vollbeschäftigung. Trotz eines großen Angebots haben Mittelschüler bisweilen Probleme, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Genau an diesem Punkt setzt der Verein Arbeit für Jugend an, der die Jugendlichen in schulischen Belangen unterstützt und ihnen bei der Ausbildungsplatzsuche hilft. Und das mit beachtlichem Erfolg, wie in der Jahresversammlung des Vereins deutlich wurde.

Wieder sei es gelungen, Mittelschülern mit geringer Perspektive eine Chance zu geben, sagte Vorsitzender Horst Niegel im Gasthof Geiger. Rund 6500 ehrenamtliche Stunden haben die 39 Coaches im Schuljahr 2014/2015 geleistet und in Summe 39 Schüler gecoacht, davon 28 in der neunten Klasse. „In der Mehrzahl Jungs“, sagte Niegel. Dies sei allerdings nicht immer so.

14 Schüler schafften den qualifizierenden Mittelschulabschluss (Quali), elf den Mittelschulabschluss. 20 Schüler bekamen einen Ausbildungsplatz, acht auch ohne Quali. Das zeige, dass der Quali die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhe. Aufgrund der sehr guten Ausbildungsplatzsituation bekämen aber auch Schüler mit einem Mittelschulabschluss einen Ausbildungsplatz. Zwei Schüler besuchen eine weiterführende Schule.

Doch nicht immer ging alles problemlos vonstatten. Vier Schüler brachen das Coaching ab. „Wobei eine nichts dafür kann. Ihr Ausbildungsbetrieb, Möbel Mahler, hat dicht gemacht“, erklärte Niegel. Die Erfolgsquote liege bei 88, abzüglich der Abbrecher bei 78,6 Prozent. „Wer sich also auf ein Coaching einlässt, bei dem ist fast sicher, dass es klappt.“

Im laufenden Schuljahr unterstützt der Verein 38 Schüler. Zu den Zielen des Vereins gehöre übrigens auch die „Stärkung der Persönlichkeit“, hob Niegel hervor. „Das bedeutet etwa Zuverlässigkeit, Respekt und Absprachen einhalten.“

Laut Vorstandsbeschluss will der Verein seine Tätigkeit in Bezug auf Flüchtlinge nicht ausweiten. Selbstverständlich werde man aber auch weiterhin Asylbewerber beim Deutsch lernen unterstützen. Trotz der Kostenintensität seien hier „die Fortschritte gigantisch“. Zu besprechen sei zudem das Thema Inklusion. „Das wird auf uns überschwappen. Wir müssen diskutieren, ob wir das überhaupt leisten können und wollen“, sagte der Vereinschef. Der dritte Prüfstein sei, die jungen Menschen nicht nur in Ausbildung zu bekommen, sondern sie dazu zu bringen, dass sie den Platz auch behalten.

Was die finanzielle Situation des Vereins anbelangt, konnte Schatzmeisterin Karen Hellweg gute Nachrichten verkünden. Dank zahlreicher Spenden und Bußgeldzuweisungen vom Amtsgericht verfüge man über ein gesundes Polster. „Wir sind gut aufgestellt“, sagte Hellweg.

Die Versammlung wählte auch einen neuen Vorstand. Das hätte eigentlich bereits im März geschehen sollen, Horst Niegel sei allerdings einige Monate im Krankenstand gewesen. Seine Wiederwahl war reine Formsache. Bestätigt wurden auch Schriftführer Hans Grasberger sowie Schatzmeisterin Karen Hellweg. Christiane von Beckerath kandidierte nicht erneut. Sie wird dem Verein jedoch als Coach erhalten bleiben, betonte sie. Für sie rückt nun Elisabeth Friedrich in den Vorstand nach, die in Abwesenheit gewählt wurde. Abwesend war auch Regina Maier aus Eurasburg, die zum weiteren Vorstandsmitglied bestimmt wurde.

ah

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