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Radkappen, Bürostühle und Elektroherde: Ein Unbekannter lagerte seinen Müll vor gut zehn Tagen zwischen Gelting und Buchberg ab.

Immer wieder illegale Müllablagerungen

Er vergaß einen Zettel: Polizei ermittelt Umweltsünder

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Geretsried – Müll einfach in der Natur entsorgen: Fälle dieser Art häufen sich in jüngster Zeit. Was für einige Zeitgenossen ein Kavaliersdelikt zu sein scheint, kann teuer werden – oder sogar mit einer Gefängnisstrafe enden. Einen Umweltsünder konnte die Geretsrieder Polizei jetzt ermitteln.

Sechs randvolle Müllsäcke im Februar in Geretsried, gut 1,5 Kubikmeter Bauschutt, Fliesen sowie eine Mörtelwanne mit rund zwei Litern Altöl im März in Dietramszell, zwei Elektroherde und allerlei anderer Unrat Anfang Mai in Gelting. Die Fälle illegaler Müllentsorgung haben sich in den vergangenen Monaten gehäuft. Allein diese Woche hatte es die Geretsrieder Polizei erneut mit zwei unbekannten Umweltfrevlern zu tun (wir berichteten). Einer entsorgte ein Dutzend Reifen, ein anderer Unbekannter lagerte Möbel, Kleidung und Hausmüll im Bereich Buchberg ab. Für Peter Kaul von der Geretsrieder Polizei sind diese Taten „ein absolutes Unding“, sagt er.

Einerseits finde er derartige Ablagerungen „persönlich ärgerlich“. Andererseits handle es sich aus polizeilicher Sicht um ein schwieriges Thema. Warum? Das erklärt der Polizeihauptkommissar so: „Es ist unheimlich schwer, anhand des Mülls Rückschlüsse auf die Täter zu ziehen. Diese Leute vertuschen das vorsätzlich und teilweise geschickt.“ Zwar hätten die Beamten immer die undankbare „und unappetitliche Aufgabe, im Müll nach Hinweisen zu stochern“, berichtet Kaul. Die Aufklärungquote sei allgemein aber äußerst gering. Aber: Ein Umweltsünder konnte in jüngster Zeit ermittelt werden. Der hatte der Polizei in seinem Unrat dankenswerterweise einen Zettel mit seinem Namen hinterlassen. Kaul zufolge handelt es sich um einen 37-jährigen Wolfratshauser, der nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren am Hals hat. Der Mann sei bereits angehört worden und konnte sich zu dem Vorfall äußern. Mit welcher Strafe er rechnen muss, wird das Landratsamt entscheiden.

Mindestens handle es sich bei illegaler Müllentsorgung um eine Ordnungswidrigkeit, bei der das Landratsamt die Höhe des Bußgelds festlege, so Kaul. Dieses könne sich im Rahmen von 25 bis 50 000 Euro bewegen – abhängig von der Menge des Mülls. Anders liege der Fall hingegen bei problematischen Abfällen, etwa Batterien, Säure, Reifen oder anderen Stoffen, die gemeinhin als Sondermüll bezeichnet werden. Handelt es sich bei Verunreinigungen um „Problemstoffe“, die Boden oder Wasser gefährden können, wird automatisch eine Straftat Anlass für Ermittlungen. Das Strafmaß legt die Staatsanwalt fest. Auch eine Freiheitsstrafe sei nicht ausgeschlossen, sagt Kaul.

Was genau die Müllsünder motiviert, ist dem Polizisten ein Rätsel. „Zumal man seinen Schrott kostenfrei abgeben kann, wenn man sich darum kümmert.“ Selbst Wertstoffhöfe würden etwa Elektrokleinschrott und Metalle annehmen. „Deren Öffnungszeiten sind für diejenigen aber wohl nicht machbar.“

Auch wenn die Chancen gering sind, den Tätern auf die Schliche zu kommen, die Polizei gehe jedem einzelnen Fall nach. „Allein schon deshalb, weil wir so eine schöne Landschaft haben und jeder Kollege diese Abfälle als Unding empfindet“, betont Kaul.

Auf öffentlichen Flächen abgelagerter Unrat wird von Städten und Gemeinden auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt. Wer illegal entsorgten Müll auf seinem Grundstück entdeckt, müsse sich selbst darum kümmern. Eine Umlage der Kosten ist laut Polizeihauptkommissar Kaul nicht möglich.

ah

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