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Verkehrsüberwachung in Geretsried: Stadt zieht die Zügel an

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Die Phase der Rücksichtnahme ist vorbei: Die Stadt Geretsried will künftig energischer gegen Falschparker vorgehen. Symbo Parkgebühren und Warnbaken zeigen Wirkung Bürgermeister spricht sich für Fußgängerzone aus
Die Phase der Rücksichtnahme ist vorbei: Die Stadt Geretsried will künftig energischer gegen Falschparker vorgehen. Symbo Parkgebühren und Warnbaken zeigen Wirkung Bürgermeister spricht sich für Fußgängerzone aus © Fredrik von Erichsen/dpa

Strengere Regeln erfordern strengere Kontrollen: Die Verkehrsüberwachung an Karl-Lederer-Platz und Böhmerwaldstraße wird ausgebaut.

Geretsried – Die Stadt baut die kommunale Verkehrsüberwachung für den ruhenden und fließenden Verkehr im Zentrum Anfang dieses Jahres deutlich aus. „Die Phase der Rücksichtnahme und der Versuch, auf die Vernunft zu setzen, sind jetzt vorbei“, sagt Bürgermeister Michael Müller auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Stadt habe zusätzliche Kapazitäten für einen semistationären Blitzer gebucht, um Kontrollschwerpunkte in 30er-Zonen einzurichten. Dabei denkt Müller vor allem an die Böhmerwaldstraße. Über die fließe wegen der Baustelle im Zentrum viel Ausweichverkehr und die Geschwindigkeitsbegrenzung werde häufig nicht eingehalten. Außerdem habe der Stadtrat nicht öffentlich beschlossen, die Parkraumüberwachung mit bislang monatlich 40 auf 240 Stunden aufzustocken, berichtet Müller. Derzeit werde Personal gesucht.

Parkgebühren und Warnbaken am Karl-Lederer-Platz zeigen Wirkung

An neue Verkehrsregeln gewöhnen sich Autofahrer erfahrungsgemäß nur langsam. An der Ampel an der Rathauskreuzung, die im Zuge der Zentrumsgestaltung installiert wurde, verzeichnete die Polizei in den vergangenen Monaten „diverse Auffahrunfälle“, sagt Franz Schöttl, Leiter der Geretsrieder Polizeiinspektion. Im verkehrsberuhigten Bereich auf dem Karl-Lederer-Platz hätten die Beamten anfangs eine Häufung von Parkverstößen festgestellt. Durch die baulichen Maßnahmen seien diese aber „stark zurückgegangen“, so der Polizei-Chef.

Das bestätigt Bürgermeister Müller. „Durch die eingeführten Parkgebühren und die aufgestellten Warnbaken haben wir die Dauerparker vom Platz bekommen“, sagt der Rathauschef. „Bislang war dem Geretsrieder nicht bewusst, wie die Platzqualität steigt, wenn dieser nicht mit Autos zugeparkt ist.“ Auch das Parkangebot sei gestiegen.

Allerdings habe sich gezeigt, dass es nicht reiche, nur auf die Vernunft des Einzelnen zu setzen, sagt Müller. „Man muss leider knallhart durchgreifen, wenn man auf strengere Regeln setzt und diese konsequent durchsetzen will“, erklärt der Rathauschef. Damit sorge die Stadt dafür, dass die Innenstadt erreichbar bleibe. „Vermutlich hätten wir von Anfang an stärker durchgreifen müssen, aber unserer Erfahrung nach müssen wir die Geretsrieder langsam an neue Situationen gewöhnen“, so der Bürgermeister.

Karl-Lederer-Platz könnte Fußgängerzone werden

Als die Stadt im April 2021 die Parkgebühren im Zentrum eingeführt hat, beschrieb der Bürgermeister die Situation als „Anarchie pur“. In Bezug auf den ruhenden Verkehr habe sich das gebessert. Aber „Anarchie herrscht bis zu einem gewissen Grad immer noch, weil sich manche Leute nicht an die Schrittgeschwindigkeit halten“, sagt Müller.

Das Wunschziel des Bürgermeisters wäre, eine Fußgängerzone am Karl-Lederer-Platz einzurichten, bevor die Egerlandstraße, derzeit im Umbau, im Herbst für den Verkehr freigegeben wird. „Entscheiden muss das natürlich der Stadtrat“, sagt Müller. Darüber sprechen werde er voraussichtlich im ersten Quartal 2022.

Die Fußgängerzone war auch ein Vorschlag beim Bürgerworkshop, der für die Zentrumsgestaltung durchgeführt wurde. „Als alter Geretsrieder, der den Karl-Lederer-Platz nur als Durchfahrtszone kennt, hätte ich ihn mir vorher nicht als Fußgängerzone vorstellen können. Den Mut hatten wir im Stadtrat nicht“, erinnert sich Müller. Dass er falsch lag, zeige die Erfahrung beim Grünen Markt. Für ihn wird der Karl-Lederer-Platz dienstags bereits zeitweise zur Fußgängerzone (wir berichteten). Das sei eine Anregung von Stadtrat Volker Reeh gewesen. Der Versuch zeige: „Wir können den Karl-Lederer-Platz gut als Fußgängerzone umwidmen, um die Aufenthaltsqualität zu steigern“, so der Rathauschef. Die Egerlandstraße müsse verkehrsberuhigte Zone werden. „Die können wir nicht sperren.“

Verkehrsberuhigte Zone oder Fußgängerzone am Karl-Lederer-Platz? Die Polizei habe keine Präferenz, betont Inspektionsleiter Franz Schöttl. Die derzeit geltende Schrittgeschwindigkeit sei schwierig zu überwachen und berge dadurch Gefahr. Auf der anderen Seite würde man durch eine Fußgängerzone einen Verkehrsweg in einer ohnehin verkehrsbelastenden Stadt herausnehmen. Schöttl: „Die Entscheidung trifft die Stadt, mit der wir in regelmäßigem Austausch sind. Wir können mit beidem leben.“

sw

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