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Schwerstarbeit: Zwei Tage waren zwölf Mann vom Eissportclub im Einsatz, um im Naturschutzgebiet wieder sauber zu machen.

Betreiberverein gibt Erklärung ab - und macht zwei Tage lang sauber

Stadioneis "versehentlich" ins Naturschutzgebiet geschoben

Geretsried - Eisreste aus dem Stadion sind im Naturschutzgebiet gelandet - versehentlich, wie der Betreiberverein sagt. 

„Es war keine Absicht“, betont Enrico Lehwald, Vorsitzender des Betreibervereins ESC Sportstadion. Durch ein Versehen seien beim Schneeräumen Eisreste aus dem Stadion, versetzt mit Textilfetzen und Calciumcarbonat, ins Naturschutzgebiet geschoben worden, erklärt der Betriebsleiter. Auch ohne das Eingreifen der Behörden hätte man die Verschmutzungen am vergangenen Samstag beseitigt. Von „Umweltfrevel“ könne also keine Rede sein.

Wie berichtet hatte eine Anwohnerin die Eisreste entdeckt und die Behörden eingeschaltet. Diese konnten eine Umweltgefährdung zwar ausschließen. Es wurde aber veranlasst, dass die Ablagerungen umgehend beseitigt werden – was inzwischen auch geschehen ist. Laut Lehwald haben am Donnerstag und Samstag zwölf Helfer – bestehend aus Mitgliedern, Spielern und Stadionpersonal – die Stelle gesäubert.

Aber wie konnte es zu dem Vorfall kommen? Laut Lehwald wird zum Einfärben der Eisfläche „natürliches, gereinigtes, sonst unbehandeltes Marmormehl“ verwendet. Vorletzte Saison sei dieses Calciumcarbonat beim Abtauen in geringen Mengen über die Kanalisation abgespült worden. „Dies wollten wir dieses Jahr verhindern und haben das Eis bis zum so genannten Grundeis abgehobelt.“ Das abgehobelte Eis wird zum Teil in eine Schneegrube geschüttet, die dann durch eine Spezialfirma entleert und der Inhalt „ökologisch korrekt“ entsorgt wird. Ist diese Grube überfüllt, so der Betriebsleiter, wird der andere Teil auf der harten Fläche hinter dem Stadion gelagert und nach dem Abschmelzen der Rest ebenfalls ordnungsmäß entsorgt.

„Leider wurde in diesem Jahr versehentlich ein Teil des dort abgelagerten Eises bei Schneepflugarbeiten über den Hang verschoben“, erklärt Lehwald weiter. „Da keine Umweltgefahr durch das Marmormehl besteht und die Reste der Spielfeldmarkierung noch im Schnee eingeschlossen waren, wollten wir abwarten, bis das Eis geschmolzen ist, um dann die Verschmutzung zu beseitigen.“ Diese Säuberungsaktion sei für vergangenen Samstag geplant gewesen.

„Der ESC Geretsried achtet sehr darauf, dass sich das Stadion selbst und auch das Umfeld immer in einem sauberen Zustand befindet“, betont der Betriebsleiter. Das zeige auch die jährliche Teilnahme des Vereins an der Aktion „Eine Stadt macht sauber.“ Da es sich um einen „versehentlichen Zwischenfall“ handelt, der vom Verein bereits erkannt und auch behoben wurde, hofft er, dass die Behörden von einer Strafzahlung absehen.

Nach Auskunft des Landratsamtes von gestern handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Ein Verfahren wurde bereits eingeleitet. „Das Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht für Ordnungswidrigkeiten einen Bußgeldrahmen bis 100 000 Euro vor.“ Die Höhe des jeweiligen Bußgelds richte sich nach den Umständen des Einzelfalls. Nachdem Bußgeldbescheide gegenüber Einzelpersonen erlassen werden, sei eine Auskunft über die konkrete Höhe aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Sabine Schörner

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