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Wolf

Landwirt aus Gelting ist ratlos 

Verstümmeltes Kalb:War es ein Wolf ?

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Ein grausiges Bild bot sich Georg Nagl, als er nach seinen trächtigen Kalbinnen auf der Weide sah. Eines der Tiere hatte gekalbt, das Neugeborene lag im Gras – halb aufgefressen. Der Geltinger Landwirt vermutet, dass hier ein Wolf sein Unwesen getrieben hat.

Traurig: Landwirt Georg Nagl  kniet vor den Überresten des Kalbs. 

Gelting– „Am Mittwoch war noch alles in Ordnung“, erzählt der Landwirt Georg Nagl (65). Die drei Kalbinnen grasten ruhig und friedlich auf der etwa 500 Meter von seinem Hof entfernten Jungviehweide. Als er jedoch am Freitag erneut nach dem Rechten sah, entdeckte er den verstümmelten Kadaver. „Der ganze hintere Bereich hat gefehlt, das Kalb war regelrecht ausgeweidet.“ Nagl konnte nicht einmal mehr erkennen, ob das Tier männlich oder weiblich war. „Alles weg.“ Der Landwirt vermutet, dass hier ein Wolf im Spiel war. Denn: „Welches Tier hat die Kraft, so starke Knochen einfach durchzubeißen?“

Wolfsexperte ist mit seiner Beurteilung vorsichtig

Ulrich Wotschikowsky, einer der führenden deutschen Wolfsexperten aus Oberammergau, dem unsere Zeitung Bilder des Kadavers vorgelegt hat, ist mit seiner Beurteilung eher vorsichtig. „Ich will mir keine Ferndiagnose erlauben – aber bei diesem Fraßbild kann man einen Wolf nicht ganz ausschließen“, sagt der erfahrene Wolfskenner. „Doch eigentlich vergreifen sie sich eher an Schafen.“

Zudem ist derzeit nichts über die Anwesenheit eines Wolfes in der Umgebung von Gelting bekannt. Wotschikowsky vermutet daher, dass das Kälbchen eine Totgeburt war oder kurz nach der Geburt gestorben und „anschließend von einem Fuchs angefressen worden ist“. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), das mit dem Fall betraut ist, schließt Beutegreifer wie Wolf, Hund oder Fuchs ebenfalls als Todesursache aus. „Es fehlen Bissverletzungen im Hals- oder Nackenbereich“, begründet dies ein Sprecher der Behörde.

Dem Landwirt geht es nicht um eine Entschädigung

Das Rätselraten geht für den Landwirt also weiter. „Warum hat man keine DNA-Probe entnommen, um wirklich sicher zu sein?“ fragt Nagl. „Mir geht es nicht um eine Entschädigung, mir geht es auch nicht um Panikmache – ich will nur wissen, was wirklich passiert ist. Schließlich stehen auf der Weide noch zwei weitere trächtige Tiere.“

Ob eine genetische Probe erstellt wird oder nicht, hängt laut LfU-Sprecher von bestimmten Kriterien sowie bereits vorliegenden Erkenntnissen ab. „Was kann von vorherein ausgeschlossen werden, was nicht?“ Gebe es eindeutige Hinweise auf einen Wolfs-Angriff, „wird das ganze weiter verfolgt“. Im Fall von Gelting sei dies nicht gegeben. Zudem würden Füchse oder andere Raubtiere sehr schnell über einen Kadaver herfallen.

Im April riss ein Wolf zwei Schafe in St. Heinrich

Georg Nagl verweist indes auf einen Vorfall im April dieses Jahres in St. Heinrich. Hier hatte ein Wolf nachweislich zwei Schafe gerissen. „Was ist, wenn er weiter gezogen ist?“, fragt der Geltinger. Denn über den Verbleib des Tieres ist derzeit nichts bekannt. Eines steht für den Landwirt fest: „Wenn der Geburtstermin der beiden anderen Kalbinnen näher rückt, hole ich sie auf den Hof. Sicher ist sicher.“

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