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Die Fahndung der Polizei nach den Übeltätern verlief ergebnislos.

“Sehr lobenswert“, sagt die Polizei

Geretsrieder verjagt böse Jungs

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Ein junger Geretsrieder beobachtet einen mutmaßlichen Einbruch und nimmt die Verfolgung auf - eine Geschichte wie ein Krimi. 

Geretsried - An Devi aus Geretsried ist ein Polizist verloren gegangen. Was der 22-Jährige in einer Facebook-Nachricht an unsere Zeitung schildert, liest sich nicht nur wie ein Krimi. Seine Verbrecherjagd dürfte sich auch so abgespielt haben. Das bestätigt die Polizei auf Nachfrage.

Es ist die Nacht zum Dienstag, kurz vor 0.30 Uhr. Der 22-jährige Devi ist noch wach und schaut in seiner Wohnung am Isardamm aus dem Balkonfenster. Da sieht er auf der benachbarten Baustelle drei oder vier junge Männer, die offenbar versuchen, in einen Container einzubrechen. „In dem Augenblick habe ich sofort das Balkonfenster aufgemacht und die Männer davon abgehalten“, schildert es Devi. „Anschließend bin ich runter zur Baustelle, um einen Tatgegenstand zu sichern, den die Männer beim Weglaufen verloren haben.“

Mutig: Devi (22) au s Geretsried.

Der 22-Jährige nimmt das Beweisstück an sich und geht dann runter in Richtung Lilienstraße. „Plötzlich kommt von links ein Typ entgegen und ich sage: Halt, sofort stehen bleiben. Sinngemäß bedeutet das ja so viel, wie: Lauf sofort weg, weil gleich erwische ich Dich. Ich habe dann ,selbstverständlich’ die Verfolgungsjagd aufgenommen.“ Bis kurz vor dem Radweg in Richtung Waldram bleibt der 22-jährige dem Übeltäter auf den Fersen. Dann gibt Devi die Verfolgung auf. „Weil ich mir nicht sicher sein konnte, ob das eine Falle ist.“ 15 Minuten später trifft auch die Polizei ein. Die hat Devi zwischenzeitlich über Notruf verständigt. Die Fahndung nach den Männern bleibt jedoch ohne Erfolg.

Am Tatort kann die Polizei keinen Schaden feststellen. Vermutlich hat Devi durch sein beherztes Eingreifen eine Straftat verhindert. „Sehr lobenswert“, findet der Geretsrieder Dienststellenleiter Walter Siegmund, dass der 22-Jährige seine Beobachtung sofort gemeldet hat.

Ein bisschen mulmig ist Devi im Nachhinein dann doch. Deshalb will er auch nicht mit vollem Namen in der Zeitung stehen. „Nicht dass die Täter bei mir irgendwelche Klingelspiele machen.“ Eine Karriere als Polizist scheidet übrigens für ihn aus. Er hat bereits einen Job im Marketing.

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