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Farbe in Spiel brachte die Percussin-Gruppe "Jant Bi" aus Otterfing.

Kein Fest für Asylbewerber, sondern von und mit ihnen

Begegnungsfest am Saftladen: Viel Mühe, wenig Besucher

Geretsried – Es war kein Fest für Asylbewerber, sondern ein Fest von und mit ihnen: das interkulturelle Begegnungsfest des Jugendzentrums Saftladen und des Helferkreises Asyl am Sonntag.

Es hätte eigentlich auch eine Willkommensfeier für die Asylbewerber der Gemeinschaftsunterkunft am Gymnasium werden sollen, die das Landratsamt für Juli erwartet hatte. Doch wie berichtet steht das Holzgebäude noch immer leer. „Wir haben extra bis August mit dem Begegnungsfest gewartet. Der Ferienmonat ist natürlich nicht so optimal“, sagte Saftladen-Leiter Christian Lotz.

Die Idee zu der Veranstaltung war gut, die Resonanz leider nicht. Nur wenige Geretsrieder Jugendliche und Asylbewerber nutzten die Gelegenheit, im Hof hinter dem Saftladen ungezwungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei hatte die Sozialreferentin des Stadtrats, Sonja Frank, in den Asylbewerberunterkünften ABU I und ABU II eifrig für das Fest geworben.

Alle Beteiligten hatten sich im Vorfeld große Mühe gegeben. Die Saftladen-Jugend hatte aus ihrem jährlichen Etat 3500 Euro für Speisen, Getränke und die professionelle Reggae-Band „AndiDred & DiBaba“ lockergemacht. Es gab ein internationales Buffet, zubereitet von Sozialpädagogin Eva Paulerberg und den Jugendlichen, sowie von einigen Asylbewerbern. Die 60-jährige Leila aus dem Irak, die mit ihrem Sohn seit zwei Monaten in der ABU II an der Blumenstraße lebt, brachte zum Beispiel eine Schüssel kräftig gewürztes Biryani mit Huhn mit. „Das kocht man in meiner Heimat nur für die, die man mag“, übersetzte die städtische Asylkoordinatorin Suzan Jarrar Leilas Worte.

Cool und lässig ging's beim Begegnungsfest zu.

Die Organisatoren hatten außerdem ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt. Ein Höhepunkt sind immer die Tanz- und Akrobatik-Auftritte des in Bad Tölz lebenden Äthiopiers Solomon Solgit. Das Multitalent vereinigt Hip-Hop, Jonglage und Bodenturnen in seinen rasanten Shows. Rhythmus und Farbe ins Spiel brachte die Percussion-Gruppe „Jant Bi“ (Sonne) aus Otterfing – ein Dutzend senegalesischer Asylbewerber in sonnengelben, traditionellen Pumphosen und Hemden, die auf ihren Congas trommelten. Susi Steger und Doris Theodosiadis vom Otterfinger Helferkreis touren mit den jungen Männern von Fest zu Fest. „Wo sie hinkommen, sorgen sie für gute Laune“, sagte Steger. Die Afrikaner schafften es später sogar, die zunächst zurückhaltenderen, einheimischen Besucher zum Tanzen zu bewegen.

Wer es ruhiger mochte, konnte orientalischen Geschichten, vorgetragen von der ausgebildeten Märchenerzählerin Mechthild Weigert-Eickeneder, lauschen. Die ehemalige Lehrerin engagiert sich im Helferkreis. Für Suzan Jarrar war das Fest die richtige Art, Asylbewerber zu integrieren: „Sie sind eingebunden in die Vorbereitungen und ins Programm. Sie fühlen sich somit nicht nur als Gäste, sondern auch als Gastgeber.“ Christian Lotz möchte das Begegnungsfest gerne wiederholen. Bei den Stadtteilfesten habe man die Erfahrung gemacht, dass sie sich erst beim zweiten oder dritten Mal herumgesprochen hätten. Es seien von Jahr zu Jahr mehr Besucher gekommen.

von Tanja Lühr

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