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Grußworte unter besonderen Umständen: Bürgermeister Michael Müller hieß Künstler und Kunstinteressierte am Freitag im Isarau-Saal herzlich willkommen. 

Geretsrieder Kultur im Herbst 2016

Volle Villa Bunterkunst

Geretsried - Der Kulturherbst ist tot, es lebe der Kulturverein Isar-Loisach: Mit Unterstützung der Stadt es der rührige Verein möglich gemacht, einen großen Teil des Programms zu retten. Zur Vernissage in der Villa Bunterkunst kamen mehr als 100 Interessierte.

Wer am Freitagabend in den ersten Stock der Isarau-Gaststätte an der Jahnstraße wollte, musste sich zunächst mit einem hektisch wirkenden Putztrupp auseinandersetzen. Denn Assunta Tammelleo und Andrea Weber, beide Vorstandsmitglieder des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL), sowie der Wolfratshauser Ex-Kulturreferent Wiggerl Gollwitzer nahmen Staubwedel und Lappen zur Hand. Einigen Besuchern putzte das Trio sogar die Schuhe. Zu groß war die Sorge, dass der vor wenigen Tagen noch spröde wirkende und nun mühsam auf Hochglanz gebrachte Isarau-Saal wieder schmutzig werden könnte. „Wir sehen den Raum heute in einer Schönheit, wie wir sie über 20 Jahre nicht gekannt haben“, staunte Bürgermeister Michael Müller. So weißelte das KIL-Team unter anderem die Wände und errichtete Stellwände für die Werke der zwölf ausstellenden Künstler.

Künstler im Gespräch mit Kunstinteressierten

Selbstverständlich ließen es sich Bo Starker, Fritzi Krüger, Yaya Bela Roth, Rita Neu, Ronny Cameron, Elisabeth Biron von Curland, Christiana Biron, Ernst Grünwald, Anne Becker, Michael Dillmann, Nikolaus Sanktjohanser und Volker Witte nicht nehmen, mit den Besuchern über ihre Exponate zu diskutieren. Nicht nur CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, sondern auch viele Geretsrieder Stadträte und Dritter Landrat Klaus Koch staunten über die große Publikumsresonanz. „Wenn ich das heute sehe“, so Koch, „macht es Spaß, in einem Landkreis zu leben, in dem so viel geboten ist“ Der Beuerberger würdigte den Geretsrieder Bürgermeister als „Künstler der sozialen Plastik“ – eine Bezeichnung, die einst Joseph Beuys prägte. Die Theorie besagt: Jeder Mensch könne durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen und dadurch plastizierend auf die Gesellschaft einwirken. „Das trifft voll auf Herrn Müller zu“.

Vielleicht war der Rückzug von Zwipf-Zaharia ja ein Segen

In der Tat war es beeindruckend, wie die Stadt eine Woche nach der überraschenden Absage des Kulturherbstes zusammen mit dem Kulturverein Isar-Loisach viele Veranstaltungen rettete und nun deutlich mehr als das befürchtete Rumpfprogramm bieten kann. Nicht zuletzt dürfte die Wertschätzung für das Engagement der ehrenamtlichen KIL-Mitglieder spätestens nach der gelungenen Auftaktveranstaltung für die „Geretsrieder Kultur im Herbst“ enorm gestiegen sein. „Vielleicht war der Rückzug des insolvent gegangenen Veranstalters das Beste, was uns passieren konnte“, glaubt KIL-Mitglied Wolfgang Sporer. Assunta Tammelleo sieht das genauso: „Heute Abend hat man gesehen, dass man auch mit überschaubaren Mitteln was Tolles auf die Beine stellen kann.“ So genossen die Besucher bei Sekt, Bier, Säften und Fingerfood die Vernissage. Und manch einem gefielen die Werke so gut, dass er die Motive der Künstler zumindest in Form des angebotenen Geretsrieder Kunstkalenders erwarb. Peter Herrmann

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