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Die Parteispitze: Felix Wieland (2. Vorsitzender), Jakob Eisfelder (Auslandskorrespondent), Klaus Krämer (Beauftragter für Angriffskriege und Männerballett), Nadim S. (Schatzmeister), Hubert Spangler (Inlandskorrespondent) und Christian Lutz (1. Vorsitzender). 

Die "Partei" gründet einen Kreisverband

Vorsicht, Satire

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Geretsried - Die Partei „DIE PARTEI“ gründet einen eigenen Kreisverband. Ihre Ziele: Edmund Stoiber ein Denkmal setzen und den Geretsrieder Ortsteil Stein hinter einer Mauer verschwinden lassen.

Nein, seriös will die Partei mit dem Namen „DIE PARTEI“ wirklich nicht sein. Das hat man Christian Lutz (29) aus Irschenhausen, der am Dienstag zur Gründungsversammlung des Kreisverbands in die Gaststätte Isarwinkel eingeladen hatte, gleich angesehen. Mit karierter Bermudahose, Badeschlappen, Ziegenbärtchen und gewiss nicht alkoholfreiem Weißbier in der Hand empfing er den kleinen Haufen Besucher, der sich ins Hinterzimmer verlaufen hatte. Und zwar mit den Worten: „Liebe Leute, Ihr wisst schon, ich wünsche stalinistische Ergebnisse, das sind wir uns schuldig.“ Zu dem Zeitpunkt stand noch gar nicht fest, ob sich überhaupt genügend Bewerber für die Vorstandschaft finden würden.

Lutz, zeitweise Mitglied im Landesvorstand, hatte Glück, dass mit ein bisschen Verspätung noch ein Schwung junger Männer vorbeischaute. Sonst wäre die Gründung möglicherweise mangels Interesse gescheitert. Die Motive, sich in den Vorstand wählen zu lassen, waren eher ungewöhnlich: „So kann ich wenigstens meinen Lebenslauf ein bisschen füllen, Schatzmeister klingt gut“, sagte etwa Nadim S. (Name auf seinen Wunsch hin nachträglich abgekürzt). Prompt wurde er gewählt, mit 9:0 Stimmen, quasi stalinistisch, Lutz war erfreut. Auch bislang unbekannte Posten wurden geschaffen. Klaus Krämer stellte sich auf eigenen Wunsch als „Sonderbeauftragter für Angriffskrieg und Männerballett“ zur Verfügung. Jakob Eisfelder, der nächstens in die Dominikanische Republik geht, fungiert als „Auslandskorrespondent“, und Hubert Spangler, eben weil er nicht ins Ausland geht, als „Inlandskorrespondent“. So haben sie sich das spontan ausgedacht.

Dann wurde man inhaltlich – wenn man es so nennen darf. Die PARTEI ist eine von Redakteuren des Satiremagazins Titanic im Jahr 2004 gegründete Kleinpartei. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn hat es durch seine Auftritte in der ZDF-Comedysendung „Heute-Show“ zu landesweiter Berühmtheit gebracht. Insofern steht jede ihrer Veranstaltung unter dem Motto: „Vorsicht, Satire“. Wer sich provozieren lässt, ist selber schuld. In seinem Grußwort, das Lutz mit einem gewissen Stolz vortrug, teilte Sonneborn seinen Jüngern mit: „Es freut mich, dass wir mit dieser Gründung eine Verdichtung an Verbänden im südlichen Teil dieses Landes erfahren dürfen. Insbesondere einem Mann wie Edmund Stoiber (173 Jahre), der uns damals knapp als Bundeskanzler durch die Lappen ging, muss ein Denkmal gesetzt werden.“

Stoiber, klar. Als der bekannteste Politiker im Landkreis kam der ehemalige Ministerpräsident der aufmüpfigen Kleinpartei gerade recht. So schlug Lutz vor, nach dem Vorbild des amerikanischen Mount Rushmore in den Wolfratshauser Bergwald ein gigantisches Konterfei Stoibers meißeln zu lassen. Oder die Loisachstadt nach dem Vorbild von Karl-Marx-Stadt in Edmund-Stoiber-Stadt umzubenennen. Neben den von Lutz erhobenen Forderungen brachte Felix Wieland die Idee ins Spiel, den Ortsteil Stein hinter einer Mauer verschwinden zu lassen. „Das würde die Grundstückseigentümer in Gartenberg sicher freuen.“

Und was hat man von den jungen Anarchisten zu erwarten? Zunächst wollen sie ganz brav Unterstützerlisten auslegen, das Fernziel ist tatsächlich ein eigener Bundestagskandidat für den Stimmkreis. Für Sympathisanten hatte Lutz einen Tipp parat, von dem man wieder nicht wusste, wie ernst er gemeint war: „Stellt Euch am besten am Samstagvormittag auf den Aldi-Parkplatz“, sagte er. „Da hat der Chef keine Zeit, Euch rauszuschmeißen.“

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