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Gemütlicher Plausch am Lagerfeuer: Vor knapp einem Jahr wurde die Freie Waldorfschule Isartal am Malvenweg eröffnet. Am Samstag wurde dort das erste Frühlingsfest gefeiert.

Brezen-Stechen und Edelstein-Schürfen

Waldorfschule feiert Frühlingsfest am neuen Standort

Geretsried – Die Tradition ihres Frühlingsmarkts setzt die Freie Waldorfschule Isartal auch am neuen Standort in Geretsried fort. Das Fest am Samstag startete mit einer öffentlichen Monatsversammlung im Theatersaal.

Die Schüler der ersten bis elften Klassen zeigten auf der Bühne, was sie in den vergangenen Wochen im Unterricht gelernt haben. Sie rezitierten Gedichte, das Schulorchester – vorerst nur aus Streichern bestehend – spielte ein Stück, und die Oberstufenschüler führten die für die Waldorf-Pädagogik typische Eurythmie vor. Für jeden Buchstaben und jeden Ton gibt es dabei eine bestimmte Gebärde. Die Kinder lernen schon ganz am Anfang, ihren eigenen Namen zu tanzen. Perfektion ist nicht das Ziel der Aufführungen. Die Monatsversammlung, die eigentlich nur etwa alle drei Monate stattfindet, besitzt eher Werkstattcharakter.

Nach der Versammlung fanden im Schulgebäude und im Freien zahlreiche Veranstaltungen statt. Auf einem Holzpferd sitzend konnten die Besucher zum Beispiel mit einer Lanze Brezen stechen. An einem anderen Stand wurden aus einzelnen Schnüren Seile gedreht. Die Wackersberger Bogenschützen gaben eine Einführung ins Bogenschießen. Die kleineren Kinder hatten ihren Spaß beim Edelsteine-Graben im Sandkasten. Siebtklasslehrerin Ute Totzke färbte Wolle mit Naturfarbe ein. Dazu badete sie die zuvor gebeizte Schafwolle in einem heißen Sud aus Wasser und Rotholz. Die auf Wäscheständern zum Trocken aufgehängten Wollstränge besaßen alle Rot-Nuancen von zart bis kräftig, je nach Einweichzeit. „Wir werden im Handarbeitsunterricht Mützen daraus häkeln. Die sind bei den Mädchen wie bei den Buben sehr gefragt“, sagte Ute Totzke.

Etwas über 200 Schüler besuchen aktuell die Waldorfschule am Malvenweg. Es gehört zum Konzept, dass sich die Eltern an Arbeiten, Festen und Veranstaltungen beteiligen. Karin Singhammer und Petra Schmieder-Wach etwa kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Sie verteilten am Samstag Prospekte und informierten persönlich über die Einrichtung, die vor knapp einem Jahr im umgebauten, ehemaligen Mucos-Firmengebäude eröffnet hat. Zuvor befand sich die Schule in Wolfratshausen. „Die meisten Eltern engagieren sich stark, und das macht Spaß“, sagt Schmieder-Wach. Singhammer gefällt an der Waldorf-Pädagogik, dass vieles ritualisiert ist, wie sie sagt. Ihre beiden Kinder würden auf diese Weise besser lernen als an einer Regelschule.

Stärken konnte man sich auf dem Fest mit vielerlei Gesundem. Im Garten köchelte eine Frühlingssuppe mit Kräutern vor sich hin, in der Mensa wartete ein Buffet aus teils exotischen Salaten, Häppchen und Kuchen, die die Eltern zubereitet hatten. Küchenchef Anton Wohlmuth servierte Kartoffelecken mit Quark. Viele Besucher freuten sich am Ende schon auf die nächsten traditionellen Feste, den Herbst- und den Adventsmarkt.

tal

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