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Der Angeklagte wurde zu 48 Sozialstunden verurteilt. 

Gericht

„Das war ein richtiger Scheiß“: Geretsrieder randaliert und beschimpft Bahnmitarbeiterin

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Betrunken und aufgebracht zerschlug ein Geretsrieder die Fensterscheibe einer Schule, einige Tage später beleidigte er eine Bahnmitarbeiterin. Das Gericht verurteilte ihn zu Sozialstunden. 

Geretsried/Wolfratshausen – Er war obdachlos, hatte einen schlechten Umgang, und die Freundin ging fremd – das war für einen jungen Geretsrieder zu viel des Bösen: Betrunken und in Rage schlug er so heftig gegen eine Fensterscheibe der Mittelschule in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn), dass diese zersprang. 14 Tage später rastete der 19-Jährige im Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofs erneut aus, als er eine Bahnmitarbeiterin mit einem derben Schimpfwort bedachte – was alle Leute am Bahnsteig mitbekamen, weil der Lautsprecher der Aufsichtskanzel für eine Durchsage eingeschaltet war. Wegen Sachbeschädigung und Beleidigung wurde der 19-Jährige nun vom Jugendgericht zu Sozialstunden und einem einjährigen Alkoholverbot verdonnert.

„Das war ein richtiger Scheiß“, zeigte sich der junge Bursche einsichtig. Zumindest, was den ersten Tatvorwurf angeht. Die geborstene Scheibe sei inzwischen ersetzt, der Schaden bezahlt, versicherte er. Den zweiten Anklagepunkt hatte er jedoch anders in Erinnerung, als die Bahn-Mitarbeiterin, die ihn wegen des Vorfalls, der sich am 25. Mai vorigen Jahres gegen 16.15 Uhr ereignet hatte, anzeigte. Die Frau gab bei der Polizei an, der Angeklagte habe gegen ihre Tür geschlagen. Als sie ihn aufforderte, zur Sprechanlage zu kommen, habe der Jugendliche geschrien: „Du dumme Fotze.“ „Ich wollte das Wort nicht zu ihr sagen – eher zur Bahn allgemein“, beteuerte der 19-Jährige. „Das ist doch hanebüchener Quatsch, kompletter Blödsinn“, quittierte Richter Urs Wäckerlin die Einlassung des Geretsrieders, der sich mittlerweile per Brief bei der Bahn-Angestellten entschuldigt hat.

Je näher das Ende der Verhandlung rückte, desto zappeliger rutschte der junge Mann auf seinem Stuhl herum. Weil er schon vier Vorahndungen – wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und des Besitzes von Betäubungsmitteln – mit in die Verhandlung gebracht hatte, drohten nun schärfere erzieherische Maßnahmen.

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„Ich wollte eigentlich Arrest beantragen, aber sie haben sich gerade noch einmal gerettet“, sagte die Staatsanwältin, und bestätigte so, dass der Angeklagte zu Recht so aufgeregt gewesen war. Sie beantragte „zum letzten Mal“ Sozialstunden, 64 an der Zahl – und ein Alkoholverbot für ein Jahr.

Richter Urs Wäckerlin folgte dem Antrag, reduzierte die Sozialstunden jedoch auf 48 und warnte den 19-Jährigen: Das nächste Mal gibt’s Dauerarrest.“ „Ich sag’ nur Dankeschön“, meinte der erleichterte Angeklagte. „Die Sozialstunden werde ich gleich in Angriff nehmen.“  

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