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Blick in den Kuhstall: Landwirtin Brigitte Hirschmann zeigte Schülern der Karl-Lederer-Grundschule ihren Falterhof. 

Kinder besuchen Bauernhof

Warum die Kuh Hörner hat

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„Sommererlebnis Bauernhof“: Unter diesem Motto besuchten zwei dritte Klassen der Geretsrieder Karl-Lederer-Grundschule den Biolandbetrieb Falter in Bairawies. Der Ausflug war zugleich Auftakt zum bayernweit ausgerufenen Programm „Erlebnis Bauernhof“.

Geretsried/Bairawies– Wie viel Wasser braucht eine Kuh am Tag? Wie alt wird ein Huhn? „Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist ein idealer Lernort“, sagte Maria Holzer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen. Das Projekt, das sich an die dritten und vierten Grundschul- sowie alle Förderschulklassen richtet, wird durch das bayerische Staatsministerium gefördert. „So fallen für die Schüler nur die Fahrtkosten an“, erklärte Holzer. Diese übernehmen aber mittlerweile viele Gemeinden. „Sie stehen unserem Vorhaben sehr offen gegenüber.“ Ziel des Programms ist, die Wertschätzung der heimischen Lebensmittel zu fördern sowie ein realistisches Bild von der Landwirtschaft und ihrer Bedeutung für alle zu vermitteln. „Jedes Grundschulkind sollte einmal auf einem Bauernhof gewesen sein“, so Holzer. Die teilnehmenden Höfe sollen im Haupterwerb betrieben werden, wofür sich die Landwirte in einer Schulung des AELF qualifiziert haben. Den Kindern angeboten werden erlebnispädagogische Lernprogramme in authentischer Umgebung. Das AELF versteht sich hierbei als Bindeglied zwischen Schule, Betrieb und Öffentlichkeit.

Kinder haben viele Fragen

Die Geretsrieder Schüler waren von ihrem Ausflug begeistert. Auf dem Falterhof übernahm Brigitte Hirschmann die Führung. Geduldig beantwortete sie alle Fragen: Ist die Ziege trächtig? Warum hat die eine Kuh Hörner und die andere nicht? Die Arbeit mit den Kindern war der Landwirtin merklich vertraut. „Angefangen hat es vor 15 Jahren“, erzählte die 58-Jährige. „Da kamen ein paar Kinder aus dem nahegelegenen Schullandheim und haben gefragt, ob sie sich umsehen dürfen.“ Sie durften. „Nur, dass sie dann nicht mehr heim wollten.“ Die Mundpropaganda tat ihr Übriges: „Das Schullandheim nahm den Besuch als einen ihrer Programmpunkte auf.“ Heute ist der Falterhof mit seinen 35 Milchkühen, 30 Jungtieren, Ziegen und Pferden fester Bestandteil beim „Erlebnis Bauernhof“.

Zwar wurde der Hof mittlerweile an die nächste Generation übergeben, aber die Führungen macht Brigitte Hirschmann weiterhin selbst. „Vielleicht liegt es daran, dass ich mal Lehrerin werden wollte.“ Und was macht man mit den ganz Wilden aus der Klasse? Die Bäuerin lacht: „Wir haben eine alte Kutsche, mit der sie sich gegenseitig über den Hof ziehen können. Dann machen plötzlich alle mit.“  

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