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Die Behörden in Südtirol haben festgestellt, dass ein Wolf ein Jungrind gerissen hat. Die Besonderheit: Er hat das Tier nicht erst durch einen Biss am Nacken getötet. 

Verstümmeltes Kalb auf der Seiseralm

Was ein Wolfs-Riss in Südtirol mit Gelting zu tun hat

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Geretsried - Packen Wölfe ihre Opfer immer erst am Nacken, bevor sie sie töten? Die Behörden sagen Ja, Landwirt Georg Nagl aus Gelting sagt Nein. Ihm scheint ein Fall von der Südtiroler Seiseralm Recht zu geben. 

Im September 2017 fand Landwirt Georg Nagl auf seiner Jungviehweide ein verstümmeltes Kalb. Er und seine Frau waren sicher, dass der Wolf zugeschlagen hat. Die Behörden sahen das anders: Das Landesamt für Umwelt (LfU) wies darauf hin, dass sich am Hals und Nacken des Tieres keine Biss-Spuren fanden. Daher, so die Argumentation, kann es kein Wolf gewesen sein.

Jetzt ist die Familie Nagl auf einen Hinweis gestoßen, der ihnen nachträglich Recht zu geben scheint. In der Zeitschrift „Fleckvieh“, Ausgabe 2/18, wird von einem ähnlichen Fall auf der bei Touristen sehr beliebten Seiseralm in Südtirol berichtet. Ende September 2017 wurde ein elf Monate altes Jungrind getötet. Auch hier wurde das Vieh regelrecht ausgeweidet, auch hier fanden sich keine Biss-Spuren an Hals oder Nacken. Das in Südtirol zuständige Amt für Forstwirtschaft und Fischerei untersuchte den Fall, nahm Gewebeproben und kam zu dem Ergebnis, dass ein Wolf am Werk gewesen sein muss.

Die Familie Nagl ist überzeugt, dass der Fall in Gelting und der in Südtirol gleich gelagert sind. „Hätte man unseren Fall untersucht, wäre man zu demselben Ergebnis gekommen“, ist sich Georg Nagl sicher. Er ist nach wie vor enttäuscht vom Verhalten der Behörden in seinem Fall. 

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