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Von Lernpaten bis zum internationalen Chor: Das Integrationsforum will Informationen und Leitlinien bündeln, um ausländische Bürger und Asylbewerber einzubinden. 

Integrationsforum stellt Konzept vor: „Maßnahmen vernetzen und einen Rahmen geben“

Was Integration bedeutet - und was nicht

Die Stadt Geretsried hat ein Integrationskonzept. Beim zehnten Integrationsforum stellten es die Verantwortlichen vor und sagten klar, was sie damit erreichen wollen - und was nicht.

Geretsried – Die Stadt verfügt jetzt über ein eigenes Integrationskonzept. Es wurde am Donnerstagabend beim zehnten Integrationsforum in der Mensa der Karl-Lederer-Schule von den Verantwortlichen vorgestellt. Dies sind die städtische Asylbeauftragte Suzan Jarrar, Sibylle Ulbrich von der Koordinationsstelle „Integration aktiv“ im Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJSA), die Sozialreferentin des Stadtrats, Sonja Frank, sowie die städtische Mitarbeiterin Sandra Mader. Das Konzept, das Informationen und Leitlinien beinhaltet, umfasst 20 Seiten und soll demnächst auch online auf die Homepage der Stadt Geretsried gestellt werden.

In Geretsried leben aktuell 26.117 Einwohner. Davon haben 6893 Menschen – das sind 26,4 Prozent – keine deutsche beziehungsweise eine doppelte Staatsbürgerschaft. Die meisten Ausländer sind Rumänen, gefolgt von Polen, Kroaten, Russen, Griechen, Kasachen, Italienern, Türken und Ungarn. Sie alle möchte die Stadt ebenso integrieren wie die hier lebenden Asylbewerber.

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Das Konzept setzt sich unter anderem die Zusammenarbeit der verschiedenen um Integration bemühten Einrichtungen zum Ziel. „Es gibt viele einzelne Maßnahmen in Geretsried. Die wollen wir vernetzen und ihnen einen Rahmen geben“, erklärte Sibylle Ulbrich. Dabei bedeute Integration nicht, Menschen in etwas Bestehendes einzugliedern oder sie daran anzugleichen, sondern Teilhabechancen für jeden zu gewährleisten und Gesellschaft gemeinsam zu gestalten.

Bisher arbeiten engagierte Bürger mit und ohne Migrationshintergrund – eher im Stillen – in fünf Arbeitsgruppen an diesem Ziel. In den Bereichen Bildung, Wohnen, Arbeit, Sprache und soziale Teilhabe werden Projekte auf die Beine gestellt, etwa ein Tag, an dem sich etliche Geretsrieder Vereine den ausländischen Neubürgern präsentierten, oder ein niederschwelliger, eher geselliger Sprachkurs für Asylbewerber.

Ideen werden auch bei den regelmäßig stattfindenden Integrationsforen geboren und weiterverfolgt. So plant ein Kreis um Sybille Ulbrich, TVJSA-Vorsitzende Kerstin Halba und Jugendreferentin Heidi Dodenhöft einen internationalen Chor zu gründen. Er soll seinen ersten Auftritt am 8. Juli haben. An diesem Tag setzen bundesweit Bürgermeister unter dem Motto „Mayors for peace“ vor ihren Rathäusern ein Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen.

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Ein bereits angelaufenes Projekt stellte die Konrektorin der Karl-Lederer-Grundschule, Elke Maurus-Goymann, vor. An der Schule mit 66 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund gibt es seit Kurzem ehrenamtliche Lernpaten. Sie nehmen die Kinder für eine Stunde aus dem Unterricht, um den aktuellen Stoff mit ihnen intensiv zu üben oder kommen am Nachmittag zur Nachhilfe. Für die Zukunft sucht Goymann zusätzlich Oberstufenschüler, die gegen Bezahlung nachmittags zur Hausaufgabenbetreuung an die Schule kommen. Um dieses Projekt finanzieren zu können, bat sie Bürgermeister Michael Müller um Unterstützung seitens der Stadt. Der sagte zu, das Anliegen im Fachausschuss zu behandeln, sobald es spruchreif sei. tal

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