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In einer neuen Folge Gott und die Welt denkt Dr. Manfred Waltl, katholischer Pastoralreferent in Geretsried, über echten Glauben nach.

Gott und die Welt

Was macht echten Glauben aus?

In einer neuen Folge Gott und die Welt denkt Dr. Manfred Waltl, katholischer Pastoralreferent in Geretsried, über echten Glauben nach.

Geretsried – Es war ein strahlend schöner Sommertag, vergangene Woche beim Ausflug der Mitarbeiter unserer Stadtkirche ins schöne Chiemgau. Nach der Fahrt über den Chiemsee standen wir auf der Fraueninsel in der Kirche vor dem Grab der Seligen Irmengard, die als Äbtissin des Klosters dort am 16. Juli 866 im Alter von 33 Jahren starb.

Als Patronin des Chiemgaus gilt sie als Fürsprecherin in vielfältigen Anliegen. In ihrem Grab befindet sich eine Bleitafel mit den Worten des Apostels Paulus: „Glaubet und freut euch im Herrn alle Zeit! Und immer wieder will ich es euch sagen: Freut euch! Lasst alle Menschen Eure Güte erfahren! Der Herr ist nahe!“

Glaube, Freude, Güte

Dr. Manfred Waltl ist katholischer Pastoralreferent in Geretsried

Glaube, Freude und Güte: Diese drei Begriffe müssen das Leben der Seligen Irmengard in einer Weise geprägt haben, die Anlass gaben, ihr diese Worte mit ins Grab zu geben. Sie sind gleichsam ihr Vermächtnis eines Glaubens, der nicht von Unsicherheit und Angst, Weltflucht und Lebensverneinung geprägt ist, sondern von der Freude an einen Gott des Lebens, der uns in Jesus Christus nahe ist. Es ist eine Freude, die mit Glück und Lebenssinn zu tun hat und mit dem Vertrauen, dass Gott zu mir als geliebten Sohn und als geliebte Tochter ohne Vorbedingung „Ja“ sagt.

Vertrauen, dass Gott mich annimmt

Aus einem solchen Lebensgefühl der Freude entspringt dann fast zwangsläufig auch die Haltung der Güte – einer Güte zu sich selbst und gegenüber anderen. Weil es Gott mit mir gut meint, kann ich auch mir selbst gut sein und es gut mit anderen meinen. Weil ich darauf vertraue, dass Gott mich annimmt, wie ich bin und mir Fehler und Schwächen nachsieht, kann ich meine eigenen Grenzen und Unzulänglichkeiten annehmen und auch mit denen meiner Mitmenschen gütig und liebevoll umgehen.

So erinnert uns die Selige Irmengard an das, was echten Glauben ausmacht: Dass er Freude und Güte in uns hervorbringt. Darin hat sie uns ein schönes Vermächtnis hinterlassen. Halten wir es in Ehre, als Gläubige wie als Mitarbeiter unserer Stadtkirche, die wir an diesem Tag miteinander unterwegs waren. Stärken wir einander in diesem Glauben, in dieser Freude und in dieser Güte, die die Güte Gottes in unserer Mitte spürbar werden lässt. An diesem Sonntag ist der Gedenktag der Seligen Irmengard.

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