Auf DNA-Spuren untersucht

Wegen eines Joints: Geretsrieder (20) vor Gericht

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Weil er während des Sonnwendfeuers auf dem Eurasburger Schlossberg einen Joint dabei gehabt haben soll, musste sich ein 20-Jähriger aus Geretsried nun vor dem Jugendrichter verantworten.

Geretsried/Wolfratshausen – Während des Sonnwendfeuers auf dem Schloßberg in Eurasburg glühten im Sommer nicht nur die Holzscheite. Hier und da waberten zu vorgerückter Stunde auch herb-süßliche Duftschwaden über die grüne Wiese. Deshalb fand sich nun ein 20-jähriger Geretsrieder vor dem Jugendrichter wieder. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei dem Fest am 10. Juni im Besitz eines Joints mit rund 0,5 Gramm Cannabis gewesen zu sein. Der Student bestreitet das entschieden. Er verlangt, dass der Joint auf DNA-Spuren untersucht wird. Das Gericht stimmte zu.

Mit drei Kumpels sei er zum Pinkeln in den Wald gegangen, erzählte der Angeklagte. Als sie zur Festwiese zurückkehrten, seien Polizisten auf einige Jugendliche in der Nähe zugegangen. „Wir sind von der Gruppe weg, dann kam die Polizei zu uns.“ Die Beamten hielten ihm einen Joint unter die Nase. „Den haben sie am Boden gefunden. Das war nicht unserer“, beteuerte der 20-Jährige. Ein Polizist behauptete, dass „eine Person aus der Gruppe, einen glühenden Stengel aus der Hand fallen ließ“. Der Cannabisgeruch sei für ihn zweifellos aus der Richtung gekommen, in der der Beschuldigte mit seinen Freunden stand, sagte der Zeuge.

„Ich habe nichts falsch gemacht, außer dass ich frech zum Polizisten war“

„Ich habe nichts falsch gemacht, außer dass ich frech zum Polizisten war“, sagte der Angeklagte, der sich damals „über den Vorfall lustig gemacht“ und prophezeit hatte, ein Verfahren werde ohnehin eingestellt. „Kann man Fingerabdrücke an dem Joint feststellen? Es werden meine nicht dran sein“, ereiferte sich der 20-Jährige. Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch regte vorsichtig an, das Verfahren tatsächlich einzustellen. Grundlage dafür könne ein Drogentest des Studenten sein, der negativ ausgefallen war. Darauf mochten sich weder Gericht noch Beschuldigter einlassen. Verurteilen sei nicht schlimm, wenn er schuldig sei. „Aber mir geht es darum, dass ich nichts gemacht habe“, wiederholte der junge Mann. Urs Wäckerlin schien die Hartnäckigkeit des Angeklagten zu gefallen. „Eine Einstellung deckt sich nicht mit ihrer Unschuldsbehauptung“, sagte der Jugendrichter und ordnete an, den Joint „molekulargenetisch daraufhin zu untersuchen, ob genetisches Material des Angeklagten gefunden wird“. Ein neuer Verhandlungstermin wird bestimmt, wenn das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vorliegt. 

Rubriklistenbild: © dpa

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