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Das Wolfratshauser Amtsgericht verurteilte einen 39-Jährigen, weil er seine Ex-Freundin mit Anrufen bombardierte.

Amtsgericht

Weil er Geretsriederin stalkte: 39-Jähriger erhält acht Monate auf Bewährung

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Ex-Freund bombardierte Geretsriederin mit Anrufen und SMS-Nachrichten. Nun verurteilte das Amtsgericht den 39-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

Geretsried/Wolfratshausen Die Liebe, die am Valentinstag vorigen Jahres begann, währte nur wenige Monate. Dann wurde es einer Geretsriederin (42) zu anstrengend, dass ihr neuer Freund immer mehr ihrer Zeit beanspruchte, sie kontrollierte, ihr ständig hinterher telefonierte. Mitte Oktober machte sie Schluss. Weil der Verschmähte (39) sich damit nicht abfinden konnte, erwirkte die Frau am Amtsgericht einen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz.

Der aus Feldafing stammende Mann hielt sich nicht daran, warb beharrlich weiter um die Angebetete, die er über ein Datingportal kennengelernt hatte. Schon kurze Zeit nach der Trennung wollten die Zwei „es nochmal versuchen“, feierten Weihnachten beim Kurzurlaub in Österreich.

„Ein paar Wochen war alles gut, dann fingen die Einschränkungen wieder an“, sagt die Geretsriederin heute. „Ich habe ihm gesagt: Ich kann so nicht mehr weiter. Ich will das nicht mehr.“ Die Frau zog einen endgültigen Schlussstrich. Der Ex bedrängte sie weiter. „Er war ständig da“, sagt die 42-Jährige. Mit den Nerven am Ende zeigte sie ihn am 13. Februar an, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Beginn ihrer Beziehung. Nun wurde der Feldafinger vom Amtsgericht Wolfratshausen wegen Nachstellung und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

„Ich habe es sehr übertrieben, sie sehr bedrängt“, zeigte sich der Angeklagte vor Gericht einsichtig. Diesen Eindruck hatte er am 14. Februar dieses Jahres auch einer Polizistin vermittelt. Nach einer Nacht auf der Wache habe der Mann „eingeräumt, dass er wohl zu weit gegangen sei“, berichtete die Beamtin. Aber eine Stunde nachdem sie den Feldafinger entlassen hatte, bombardierte dieser seine Ex-Freundin mit Telefonanrufen. 20, 30 Mal am Tag läutete das Handy der Geretsriederin, an einem Tag zeigte der Speicher 80 Anrufe an. In Sprachnachrichten, die er ebenfalls mehrmals pro Tag absetzte, beteuerte der Mann: „Ich liebe dich über alles Schatz. Ich gebe dich nicht her.“ Erst als der Parkettleger Ende März dieses Jahres vom Gericht zu einem Ordnungsgeld von 8000 Euro verdonnert wurde, weil er das umfassende Kontaktverbot penetrant missachtete, kam er zur Besinnung. Seitdem herrsche Ruhe, bestätigte das Opfer.

„Ich habe dafür gebüßt“, sagte der Angeklagte. Inzwischen hat er sich psychologische Hilfe gesucht. „Es kann nicht so weitergehen, dass ich so einen Schmarrn mache“, sagte der Mann, der bereits einige längere Beziehungen hinter sich und mit den Trennungen offenbar weniger Probleme gehabt hatte. Ein Gutachter, der den 39-Jährigen auf seine Schuldfähigkeit untersucht hatte, attestierte dem Beschuldigten „Symptome einer Anpassungsstörung“. Er machte aber auch deutlich: „Von verminderter Schuldfähigkeit sind wir sehr weit entfernt.“ Richter Helmut Berger verurteilte den Feldafinger zu einer Bewährungsstrafe. Angesichts der „enormen Belästigung und den massiven Beeinträchtigungen der Lebensumstände“ der Geschädigten, reiche eine Geldstrafe nicht mehr aus, so Berger. Zudem muss der Verurteilte 1000 Euro an den Weißen Ring zahlen und eine kognitive Verhaltenstherapie machen.

„Ich bedauere es sehr, dass ich Dir so zugesetzt habe“, entschuldigte sich der Angeklagte mit stockender Stimme bei seinem Opfer. „Ich habe dich sehr geliebt. Ich wollte dich einfach zurückhaben“, so der Mann, der inzwischen nach eigener Aussage bei einer anderen Frau sein Glück gefunden hat.

rst

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