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Vier Versuchsflächen für Pflanzengemeinschaften legt Inken Domany vom Umweltamt im neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost an. Sie will auf 400 Quadratmetern Fläche beobachten, welche naturnahe Bepflanzung langfristig am geeignetsten ist.

Mehr Blumen für Bienen

Welche Saat blüht auf der Verkehrsinsel am besten?

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Geretsried – Mehr naturnahe Blühstreifen statt klassischer Blumenrabatten: Das wünscht sich Inken Domany vom Umweltamt. Im neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost will die Biologin ausprobieren, welche Saatmischungen sich bewähren.

Schon seit ein paar Jahren versucht Inken Domany, mehr Lebensräume und Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten im Stadtgebiet zu schaffen. Für die Verkehrsinsel an der Einfahrt Jeschkenstraße/Staatsstraße 2369 suchte die Biologin vor vier Jahren eine besondere Saatmischung aus. Dost, Färberkamille, Kartäusernelke und Moschus-Malve blühen dort seither. Die Verkehrsinsel hat sich in eine bunte Blumenwiese verwandelt – darauf fliegen Bienen & Co.

Allerdings, so räumt die Rathausmitarbeiterin ein, scheint der Kies durch, sobald die Pflanzen abgeblüht sind. „Das schaut halt oft wie ein Schutthaufen aus.“ Trotzdem ist Domany begeistert: „Wenn das richtig läuft, werden die bepflanzten Flächen immer schöner.“ Etwa vier Jahre dauere es, bis sich eine so genannte Pflanzengemeinschaft etabliert hat.

Auf der Verkehrsinsel an der Einfahrt Jeschkenstraße/Staatsstraße 2369 blühen seit vier Jahren viele Blumen einer besonderen Saatmischung.

„Das A und O ist die Beschaffenheit des Bodens“, erklärt Domany. Davon hänge ab, welche Pflanzen ausgesät werden. „Und es ist auch eine Geldfrage“, sagt die 55-Jährige. Je mehr Pflege Pflanzen brauchen, desto häufiger müsse der Bauhof ausrücken. Deshalb eignen sich Mager- und Sandböden – wie zum Beispiel auf der Böhmwiese – am besten. Diese enthalten wenige Nährstoffe, folglich wachsen die Pflanzen langsamer. Ein weiterer Vorteil: „Auf diesen Böden herrscht eine große Artenvielfalt, und das wiederum lockt natürlich viele verschiedene Insekten an.“ Gut beoachten könne man dieses Phänomen in der so genannten Hollywoodkurve. Die Begrünung auf der Hangseite rechts vom Schriftzug wachse besser und viel höher. Dort hat sich laut Domany übrigens von selbst eine Pflanzengemeinschaft gebildet. Verkehrsinselmischung, Kräuterrasen, Untersaat für Gehölze: Wer im Spezialkatalog für naturnahe Begrünungen blättert, findet für jede Fläche und jeden Boden einen passenden Saatmix. „Es gibt sogar salzverträgliche Blumenmischungen für Bankette“, sagt die Umweltamtsmitarbeiterin.

Für das Stadtgebiet wünscht sich Domany noch viel mehr naturnahe Bepflanzungen – auch weil sie günstiger im Unterhalt seien. „Klar muss man die auch pflegen, aber viel weniger als die Dauerblüher“, sagt die Biologin mit Blick auf die gern gepflanzten Eisbegonien. Die müsse man im Übrigen auch nachpflanzen, falls mal ein Auto über eine Verkehrsinsel rausche, weil sie dann kaputt sind. Wildblumen hingegen würde die Lücke durch Vermehrung selbst schließen.

Im Landkreis haben sich kürzlich mehrere Naturschutzorganisationen und Gemeinden zusammengeschlossen. Sie wollen mit ihrem Projekt „Blühender Landkreis“ etwas für die Artenvielfalt tun. „Auch wir machen mit“, sagt Domany. Im neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost will sie vier Versuchsflächen – in Summe knapp 400 Quadratmeter – anlegen, um herauszufinden, welche Form der naturnahen Bepflanzung langfristig am geeignetsten ist. „Wir wollen beoachten, die Pflege dokumentieren und die Ergebnisse auf andere Flächen übertragen.“

Ehrenamtliche gesucht

Für die Pflege und Dokumentation von naturnahen Flächen in der Stadt sucht Inken Domany ehrenamtliche Helfer. Wer sich vorstellen kann, hin und wieder an einer Vekehrsinsel vorbeizuschauen, Unkraut zu jäten und zur Dokumentation ein paar Fotos zu machen, kann sich per E-Mail an inken.domany@geretsried.de an die Biologin wenden.

nej

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