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Feierliche Verleihung: (v. li.) Bürgermeister Michael Müller und Kulturreferent Hans Ketelhut gratulierten Ursula und Werner Sebb. 

Kulturpreis der Stadt

Werner Sebb, ein Glücksfall für Geretsried

Geretsried - Als „Geretsrieder der ersten Stunde“ hat Werner Sebb am Freitag den Kulturpreis der Stadt erhalten. Seine große Liebe war und ist die Musik - und die Geschichte.  

Geretsried – Mit einer Musikeinlage des Aurea Brass Quintetts begann am Freitagabend in den Ratsstuben der Festakt zur mittlerweile siebten Verleihung des Kulturpreises der Stadt Geretsried. Nach einer Laudatio von Friedrich Schumacher durfte Werner Sebb die neu geschaffene Skulptur „Dialog“ sowie eine Urkunde aus den Händen von Bürgermeister Michael Müller und Kulturreferent Hans Ketelhut entgegennehmen.

Der Rathauschef bezeichnete Sebb als „Geretsrieder der ersten Stunde“ und „würdigen Preisträger“. Friedrich Schumacher, langjähriger Wegbegleiter im Arbeitskreis Historisches Geretsried, belegte dies in seiner Laudatio eindrucksvoll und bemühte dazu ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. „Kultur ist Geschichte nicht von Ideen, sondern von konkreten, je einmaligen Menschen“, sagte der pensionierte Lehrer.

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto zeigte einen Lausbuben

Danach kommentierte er historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus Sebbs bewegtem Leben. So musste der am 7. April 1946 in einem Barackenlager angekommene Bub zunächst in Wolfratshausen zur Schule gehen. „Erst zwei Jahre später konnten die Flüchtlingsklassen in Geretsried unterrichtet werden“, berichtete Schumacher. Ein auf die Leinwand projiziertes Klassenbild, das vor dem Gebäude des heutigen Altenheims St. Hedwig aufgenommen wurde, zeigte einen schelmisch grinsenden Lausbuben. In den Folgejahren wuchs die Liebe Sebbs zur Musik. Vom Beitritt zum ersten Geretsrieder Spielmannszug im Jahr 1952 über das Gesangsstudium am Richard-Strauß-Konservatorium in München in den 1960er-Jahren bis hin zur musikalischen Umrahmung des Festakts zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages Chamalières-Geretsried im Jahr 1983 – Schumacher ließ in seiner Laudatio nahezu kein Ereignis aus.

Er hob auch hervor, dass Sebb sich seit 1994 als Gründungsmitglied und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kulturförderung Geretsried engagiert und als ehemaliger Kulturbeirat des Stadtrates an der Schaffung eines Kulturpreises beteiligt war.

Dass er die Trophäe nun selbst entgegennehmen durfte, war für Schumacher keine Überraschung: „Du hast schon damals langfristig und strategisch gedacht.“ Da in zwei Jahren die Jubiläumsfeierlichkeiten zur Stadterhebung (50 Jahre) und zur Gemeindegründung (70 Jahre) anstehen, sieht der Laudator den Preisträger nun in der Pflicht. „Betrachte die Verleihung als einen Vorschuss auf dein weiteres kulturelles Engagement“, empfahl Schumacher.

Danach nahm Werner Sebb die von dem Münsinger Künstler Ernst Grünwald geschaffene Skulptur „Dialog“ entgegen und bedankte sich in einer kurzen Ansprache für sein Schicksal. „Ich bin froh, dass ich hierher nach Geretsried kam: Was in den Baracken zunächst trostlos aussah, erwies sich im Nachhinein als Glücksfall“, so der 78-Jährige abschließend. Peter Hermann 

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