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Festzug nach dem Gottesdienst: Die Siebenbürger Sachsen feierten am Samstag 60 Jahre Kreisgruppe.

60 Jahre Kreisgruppe der Siebenbürger Sachsen

Eine „wertvolle Gemeinschaft“ feiert Geburtstag

Geretsried - Seit 60 Jahren gibt es die Kreisgruppe der Siebenbürger Sachsen. Am Samstag wurde Geburtstag gefeiert.

Mit einem Gottesdienst in der evangelischen Petruskirche, anschließendem Festzug und einer Feier in den Ratsstuben beging ein Großteil der 618 Mitglieder aus Geretsried, Bad Tölz, Wolfratshausen und den Gemeinden am Samstag das Jubiläum. Im April 1956 hatte ein gutes Dutzend Landsleute unter der Leitung von Karl Friedrich Theil in Geretsried eine Kreisgruppe der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen gegründet.

Die aktiven Mitglieder waren in ihrer schwarz-weißen, die jungen Mädchen in der blau-weißen Tracht gekommen. Die Männer trugen ihre hübsch bestickten, kurzen Samtkrawatten und die breiten Gürtel. An der Frauentracht fielen die um die Stirn gebundenen, langen Bänder auf und die kunstvoll „gebockelten“ Schleier und Häubchen. Auf ihre traditionelle Kleidung sind die Siebenbürger Sachsen besonders stolz. Sie ziehen sie zu allen festlichen Anlässen an. Doch nicht nur ihr Gewand zeigten sie. Auch Tänze, Volkslieder und Gedichte aus der alten Heimat umrahmten das Programm in den Ratsstuben auf abwechslungsreiche Art.

Die Kreisvorsitzende Gerlinde Zurl-Theil freute sich, den CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, Landrat Josef Niedermaier, Geretsrieds Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl, Stadträte aus Geretsried und Wolfratshausen, Siebenbürger Sachsen aus Ingolstadt, Rosenheim und Fürstenfeldbruck sowie Vertreter von örtlichen Vereinen und anderen Landsmannschaften begrüßen zu können. Die Bundesvorsitzende Herta Daniel dankte den Entscheidungsträgern im Landkreis und den Kommunen, dass sie die „Beheimatung“ der nach dem Zweiten Weltkrieg und später unter dem Ceaucescu-Regime aus Rumänien geflüchteten Siebenbürger Sachsen möglich gemacht hatten. „Ich spreche bewusst nicht von Integration. Dieser Ausdruck trifft eher auf Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen zu“, sagte Daniel unter dem Applaus der Zuhörer.

Die Geretsriederin, die zuvor selbst die Kreis- und dann die Landesgruppe geleitet hatte, wies auf die Besonderheiten des Kreisverbands hin: die Zehntfrauen, die sich nach alter Sitte um Familien in Not kümmern, die Geretsrieder Urzelzunft, die an Fasching das Brauchtum aufrecht erhält, die sehr rührige Handarbeitsgruppe, die einen Teil ihrer Werke im Saal ausgestellt hatte, sowie die große Anzahl an Kindern und Jugendlichen.

Der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Meinl betonte, dass das Zusammenleben der verschiedenen Landsmannschaften in Geretsried so gut funktioniere, weil man kein gleichmachender „Schmelztiegel“ sei, sondern weil jeder seine Identität bewahren könne und dies von den anderen respektiert werde. Allen Stämmen gemeinsam sei der Erhalt von Tugenden („Ja, das ist ein altertümlicher Begriff, doch er trifft es einfach genau“), sagte Meinl, dessen Familie aus dem Egerland stammt, der aber auch schon die siebenbürgischen Städte Hermannstadt und Kronstadt bereist hat.

Landrat Josef Niedermaier sagte, es habe ihn am Festtag sehr beeindruckt, dass die Siebenbürger ihre Kultur von Generation zu Generation weitergeben würden. „Bringen Sie sich weiterhin als wertvolle Gemeinschaft im Landkreis ein“, ermunterte er den äußerst aktiven Kreisverband.

Tanja Lühr

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