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Gute Laune: Das schlechte Wetter war beim Patronatsfest der Griechen am Karl-Lederer-Platz kein Thema.

Griechische Gemeinde feiert zum 20. Mal ihr Patronatsfest

Fußballfieber bei Sirtaki und Suflaki

Geretsried - Das Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch. Ausgelassen feierte die Griechische Gemeinde am Samstag ihr 20. Patronatsfest - und den Sieg der deutschen Nationalelf.

Eilig wischte Evangelos Karassakalidis am frühen Samstagnachmittag die Regentropfen von den Bierbänken. Einen bangen Blick richtete er auf die dunkle Wolkenwand. „Hoffentlich hält das Wetter. Sonst werden nicht nur die Trachten der Tanzgruppen nass“, sagte der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde. Dass seine Hoffnungen nicht erhört wurden und es kurz vor Beginn des Patronatsfests wie aus Kübeln goss, tat der ausgelassenen Stimmung aber keinen Abbruch.

Mit dem Fest, das die Griechische Gemeinde in diesem Jahr zum 20. Mal auf dem Karl-Lederer-Platz feierte, ehren die Griechen den Namenstag von Peter und Paul. Das Patronat beging die Gemeinde traditionell eine Woche davor mit einem Gottesdienst in der Petruskirche an der Egerlandstraße.

„Das Patronatsfest ist ein wichtiges Zeichen für die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Michael Müller in seinem Grußwort. „Wir profitieren vom gegenseitigen Austausch.“ Im gleichen Atemzug versprach der Rathauschef, dass dies nicht die letzte griechische Feier auf dem Karl-Lederer-Platz gewesen sei. Wie berichtet sollen auf dem Platz im kommenden Jahr im Zuge der Zentrumsgestaltung umfangreiche Bauarbeiten beginnen. „Wir werden dann voraussichtlich auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus feiern“, kündigte Karassakalidis an. Diese „Auslagerung“, sagte Müller, sei aber nur temporär.

Gemeinsam mit Stadtrat Detlev Ringer reihte sich der Bürgermeister nach dem Auftritt des Münchner Ägäis-Vereins in eine tanzende Menschenkette ein. Das beeindruckte auch eine 16-köpfige Delegation aus der ungarischen Partnerstadt Pusztavám, die von Stadträtin Edith Peter zum Patronatsfest geführt worden war.

„Ich hoffe, dass dieses Miteinander verschiedener Kulturen weitergedeiht“, wünschte sich der katholische Pfarrer Georg März. Ebenso wie der priesterliche Vorsteher Archimandrit Georgios Siomos und Christian Moosauer von der evangelischen Gemeinde appellierte März an die Toleranz der Menschen. Und er verurteilte die jüngsten Terroranschläge in Istanbul und Bangladesch.

Von Berührungsängsten war spätestens am Abend nichts mehr zu spüren. Gemeinsam fieberten Griechen, Ungarn, Rumänen, Russen und alteingesessene Geretsrieder vor einer Public-Viewing-Leinwand beim dramatischen Elfmeterschießen der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Italien mit. Weil dabei auch unzählige Souvlaki-Spieße mit Tzatziki gegessen wurden sowie reichlich Bier, Retsina und Ouzo flossen, hielten sich die befürchteten Umsatzeinbußen trotz des unbeständigen Wetters in Grenzen. Danach wurde der Sieg der deutschen Mannschaft gemeinsam beim Autokorso gefeiert.

Peter Herrmann

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