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Der Andrang war groß, als die Begegnungsstätte „Café International“ vor zwei Jahren zum ersten Mal im Pfarrheim Maria Hilf abgehalten wurde. 

Ungewisse Zukunft

Wie geht es mit dem Café International weiter?

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Das Interesse am Café International hat deutlich abgenommen, daher pausiert das Angebot nun nach zwei Jahren. Ob es im Herbst weitergeht, ist noch offen.

Geretsried – Mit einem festlichen Buffet und Gitarrenmusik feierten die Besucher des Café International vergangenes Jahr den ersten Geburtstag der Begegnungsstätte im Pfarrheim Maria Hilf. Heuer wird es kein Fest vor der Sommerpause geben.

Zum einen, weil der Termin – jeder dritte Freitag im Monat – im Juni auf einen Tag vor dem islamischen Zuckerfest und im Juli auf den letzten Schultag fällt. „Da haben die Menschen etwas anderes zu tun“, sagt Organisatorin Dorothee von Heydebrand. Zum anderen aber auch, weil das Interesse der Bevölkerung am Café International abgenommen hat.

Zuletzt war es „nicht mehr die ursprüngliche Idee“

Deswegen ist aktuell auch noch nicht sicher, ob es die Begegnungsstätte im Herbst noch geben wird. Suzan Jarrar, Asylkoordinatorin der Stadt, ruft dazu auf, sich zu melden und für die Notwendigkeit des Angebots einzusetzen. „Das Café ist eines meiner schönsten Erlebnisse an jedem Ende eines jeden Monats“, schreibt sie auf der Internetseite des Geretsrieder Helferkreises. Es wäre schade, wenn es das Projekt nicht mehr geben würde.

Die Zeiten, in denen das Café International 50 bis 60 Besucher und reichlich Kuchenspenden hatte, sind vorbei. „Zum Schluss saßen vier Helfer mit 15 Afghanen im Pfarrheim“, sagt Dorothee von Heydebrand. Die Begegnungsstätte sei wirklich schön gewesen, und die Kirche habe toll mitgearbeitet. Es seien auch fantastische, persönliche Verbindungen entstanden. Zuletzt aber war es „ein netter harter Kern, aber nicht mehr die ursprüngliche Idee“, sagt die Organisatorin.

Einheimische Bürger und Asylbewerber sollen zusammenkommen

Im Café International sollten einheimische Bürger und Asylbewerber zusammenkommen, um in ungezwungener Atmosphäre Kontakte knüpfen zu können. „Es sollte eine lebendige Sache sein.“ Der Helferkreis erhoffte sich so auch, neue Ehrenamtliche zu finden. Bei dem Treffen sollte jeder mit anpacken, damit es Kaffee und Kuchen gibt. Das Pfarrheim Maria Hilf stellte den Raum zur Verfügung.

„Anfangs war die Geretsrieder Bevölkerung eifrig dabei“, sagt von Heydebrand. Inzwischen sei das Café International aber zum Helfertreffen geworden. Viele Flüchtlinge kamen, die die Asylhelferin von ihrem Deutschunterricht kennt. „Aber keine ganz neuen“, sagt sie.

Und das liege nicht zuletzt an der Politik, kritisiert von Heydebrand. „Das ist ganz schlimm mit den Abschiebungen“, sagt sie. Alle seien am Ende, was nicht am Café International vorbeigeht. „Vielleicht haben neue Flüchtlinge Angst, sich einzulassen und dann abgeschoben zu werden.“

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