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Radeln im Winter: Eine Herausforderung für Mensch und Material. 

Wöchentliche Pflege ist wichtig

Wie man sein Rad gut durch den Winter bringt

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Geretsried -  Immer mehr Menschen fahren auch im Winter mit dem Rad. Wie bringt man seinen Drahtesel schaden- und rostfrei durch die kalte Jahreszeit? Wir haben bei Experten nachgefragt. 

Geretsried – Früher war es – zumindest im Hause des Verfassers – so: Sobald im November die ersten Flocken aus dem Himmel rieselten, wurde der Keller zur Wechselzone: Fahrrad rein, Skier raus. Das hat sich geändert. Die Bretter müssen mangels Schnee oft bis in den Januar hinein auf ihren ersten Einsatz warten. Und das Bike? Fährt durch. Föhnige 15 Grad im Dezember, ein Motörchen am Rahmen, funtionelle Klamotten und verstopfte Straßen liefern selbst dem größten Bewegungsmuffel keine wirklichen Argumente, warum er den Drahtesel einmotten sollte.

Der Ganzjahreseinsatz birgt aber seine Tücken. Beinahe jede Winterfahrt saut das Fahrrad ein. Eine fiese Melange aus Wasser, Schmutz und Streusalz kriecht in jede Ritze und auf jedes Ritzel – eine Herausforderung für Technik und Mechanik. Der hartgesottene Biker hat zwei Möglichkeiten: Er richtet sich einen alten Schleifer als Winterradl her – Aussehen wurscht, Hauptsache verkehrssicher; oder aber er strampelt weiterhin auf seinem Liebling und bringt ihn mit großer Zuwendung schaden- und rostfrei durch die kalte Jahreszeit.

Wie das geht, weiß Richard Worm. „Mindestens einmal die Woche“ sollte ein Fahrrad im Winterdienst vom aggressiven Streusalz gereinigt werden, empfiehlt der Inhaber des Isartaler Zweiradhauses in Geretsried. Tabu ist ein Hochdruckreiniger. Er presst Wasser in die Lager, die können dadurch Schaden nehmen. Ein Eimer mit warmen Wasser genügt absolut. Dazu bieten sich Seifenlauge oder milde Spülmittel an, weil sie weder Kunststoffe noch Dichtungen angreifen. Nach der Wäsche folgt die Pflege. Vor allem die Kette benötigt Öl, damit sie geschmeidig bleibt. Viele Radler vergessen das gerne. Worm hatte Fälle, „da war die Kette so verrostet, dass wir sie kaum noch runtergebracht haben“.

Akkus nicht in vollem oder leeren Zustand lagern

Bikern, die in der dunklen Jahreszeit unterwegs sind , rät Worm zu einem Sicherheitspaket: „Eine gute Beleuchtung und Rückstrahler sind ein absolutes Muss.“ Dazu gehören die richtigen Klamotten. Viel zu viele führen gedankenlos in dunkler Kleidung herum, sagt Worm. Die sei gerade auf Nebenstraßen oft nur schwer zu erkennen. Helle Jacken, am besten mit Reflektorstreifen versehen, können hier vor Unfällen schützen. Winterradler sollten zudem auf ihre Reifen achten. Deren Profil sollte ausreichend tief sein, anderenfalls wird das Bike schnell zum Schlitten. Pendlern rät der Experte dazu, eventuell Pneus mit Spikes aufzuziehen – „auf Schnee und Eis halten die super“.

Besitzer von E-Bikes müssen darüber hinaus ein Auge auf ihren Akku haben. Kälte mögen die Stromlieferanten nämlich gar nicht. Wer sein motorisiertes Radl in einer unbeheizten Garage oder gar draußen stehen lässt, „tut gut daran, den Akku rauszunehmen und im Haus zu lagern“, sagt Richard Worm. Es schade überdies nicht, die Kontakte von Zeit zu Zeit zu reinigen. Ansonsten sei die Technik der elektrifizierten Drahtesel weitgehend resistent gegen frostige Temperaturen.

Die Warmduscher und Weicheier unter den E-Bikern, die ihr Radl zwischen Dezember und Februar lieber stehen lassen, beschäftigt oft die Frage, wie sie ihren Akku am besten überwintern. Darauf gibt es unterschiedliche Antworten. Manche Hersteller raten zu einem Ladestand zwischen 30 und 50 Prozent der vollen Kapazität, andere zu 50 bis 70 Prozent. „Auf keinen Fall aber sollte ein Akku in vollem oder leeren Zustand gelagert werden“, warnt Geschäftsführer Worm, „das verringert ihre Lebensdauer deutlich.“ Optimal liegen die Batterien zudem bei Zimmertemperatur – und nicht in der eiskalten Garage oder im kuschelig warmen Heizungskeller.

Richard Worm zählt – biketechnisch gesehen – übrigens eher zu den Weicheiern. Er hat am warmen Reformationstag „die Saison mit einer schönen Tour abgeschlossen“. Sein E-Mountainbike „steht jetzt sauber und mit halbvollem Akku im Keller“.

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