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Seit Sommer 2016 steht an der Staatsstraße 2072 in Richtung Egling dieser Sichtschutz. Die Hoffnung, dass dadurch die Kreuzung mit der Staatsstraße 2369 entschärft wird, hat sich bislang nicht erfüllt.

Nach Unfall erneute Diskussion

Wie sinnvoll ist die Bretterwand?

Geretsried – Der Verkehrsunfall, der sich vergangene Woche hinter der Tattenkofener Brücke ereignete, lässt die Diskussion über den dort aufgestellten Sichtschutz - eine Bretterwand - erneut aufflammen. 

Zwei Verletzte und 15.000 Euro Sachschaden – das ist die Bilanz eines Verkehrsunfalls, der sich vergangene Woche hinter der Tattenkofener Brücke ereignet hat. Beim Abbiegen von der Staatsstraße 2369 in die Staatsstraße 2072 hatte ein Geretsrieder (59) einen Pkw übersehen, der aus Richtung Egling kam.

Nach den Kriterien der Zentralstelle für Verkehrssicherheit gilt die Einmündung als Unfallhäufungspunkt. 2013 protokollierten die Beamten der Polizeiinspektion Geretsried 13 Unfälle, darunter sieben Auffahrunfälle und fünf Vorfahrtsverletzungen. 2014 gab es elf Auffahrunfälle bei insgesamt 14 Kollisionen. 2015 waren es zehn bei in Summe 15 Zusammenstößen.

Erst vergangene Woche ereignete sich an der Kreuzung wieder ein Unfall mit zwei Verletzten und 15.000 Euro Sachschaden.

Eine Unfallkommission des Landkreises, bestehend aus Vertretern des Staatlichen Bauamtes Weilheim, der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei, traf sich vergangenes Jahr zu mehreren Ortsbesichtigungen. Dabei stellten die Experten fest, dass die aus Richtung Geretsried kommenden Autofahrer schon sehr früh und vor allem weit in den Einmündungsbereich schauen können – und dementsprechend zügig einfahren. Übersehen wird dabei jedoch gerne, dass der Vordermann verkehrsbedingt anhält. „Und schon ist es passiert“, fasste es eine Vertreterin des Staatlichen Bauamts vergangenes Jahr zusammen.

Gremler: „Unfallzahlen sind nicht zurückgegangen“

Als Konsequenz daraus wurde im Sommer 2016 eine Bretterwand aufgestellt. Der Sichtschutz soll den Blick auf die vorfahrtsberechtigte Staatsstraße 2072 einschränken und die Autofahrer zwingen, langsam in die Kreuzung einzufahren beziehungsweise an der Wartelinie zu halten. Die Behörden erhofften sich dadurch eine Entschärfung der Gefahrenstelle. Doch diese Hoffnung hat sich bislang nicht erfüllt. „Die Unfallzahlen sind nicht zurückgegangen“, berichtet Polizeioberkommissar Andreas Gremler auf Anfrage. Seit die Bretterwand steht, haben sich insgesamt zwölf Unfälle ereignet. Darunter waren vier Vorfahrtsverletzungen. „Das Gros aber liegt mit sieben Kollisionen weiterhin bei den Auffahrunfällen.“

Polizei will Sichtschutzwand optimieren

Nun soll zusammen mit dem Straßenbauamt und dem Landratsamt versucht werden, die Sichtschutzwand zu optimieren. Gremler: „Wir werden das Unfallgeschehen weiter im Auge behalten – vielleicht gehen längerfristig die Zahlen runter.“ Aus polizeilicher Sicht wäre ein Kreisverkehr wünschenswert, eine Realisierung ist aber äußerst schwierig. „Zum einen beginnt hier das Naturschutzgebiet, zum anderen ist die topografische Lage ein großes Problem“, erklärt Stefan Vogt, Sachgebietsleiter Planung und Bau beim Staatlichen Bauamt. „An der Brücke fällt das Gebiet zur Isar hin stark ab, gegenüber ist der Hang. Man müsste vorher untersuchen, was passieren würde, wenn man hier eingreift.“ Zudem wäre der Platzbedarf für einen Kreisverkehr enorm – auch, weil die Strecke von sehr vielen Lastwagen befahren wird. Vogt: „Hier müsste mit einem Durchmesser von mindestens 40 Metern gerechnet werden.“

Sabine Hermsdorf-Hiss

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