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Eine interessante Kulisse wäre der Blaue Bunker am Eisstadion. Doch die Ruine gilt als einsturzgefährdet. Kulturreferent Hans Ketelhut will nun nochmals prüfen lassen, ob eine Nutzung als Freiluftbühne möglich wäre. 

Kulturreferent will Ruine umbauen

Wird der Blaue Bunker eine Bühne?

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Geretsried – Seit Jahren träumt Hans Ketelhut davon, aus dem sogenannten Blauen Bunker am Eisstadion eine Freiluftbühne zu machen. Nun wagt der Kulturreferent einen neuerlichen Vorstoß.

Die Idee, den Bunker umzufunktionieren, fand sogar Eingang in das Leitbild der Stadt Geretsried. Im Haupt- und Finanzausschuss beantragte Ketelhut am Dienstag, die Statik der Ruine nochmals überprüfen zu lassen. Nach einem Gutachten aus dem Jahr 2004 ist sie einsturzgefährdet und darf deshalb nicht betreten werden.

Der Bunker mit der Nummer 356 stammt aus der Zeit der Rüstungsbetriebe und war als Trockenhaus für die Pikrinsäure-Abteilung vorgesehen. Die Säure sollte als Sprengstoff in den Granaten verwendet werden, die in der DAG (Dynamit Aktiengesellschaft) und DSC (Deutsche Sprengchemie) hergestellt wurden – nachzulesen auf dem Weg der Geschichte des Arbeitskreises Historisches Geretsried. Das Trockenhaus wurde jedoch nur im Rohbau fertig, 1943 wurden die Arbeiten eingestellt. Man entschied sich, die extrem gefährliche Säure durch den Sprengstoff TNT zu ersetzen. 1948 wurde der Rohbau durch die Alliierten gesprengt. Er erlitt schwere Schäden, blieb aber stehen. Den Namen Blauen Bunker verdankt die Ruine den überwiegend blauen Graffitis, die über die Jahre an den Wänden entstanden sind.

Ruine muss einsturzsicher gemacht werden

Vor Jahren fanden an dem Bunker Kulturveranstaltungen statt. Überlegungen, daraus eine dauerhafte Freiluftbühne zu machen, wurden jedoch verworfen. Ein Gutachten des Statikers Florian Sachers hatte 2004 ergeben, dass die Ruine nur mit erheblichem Aufwand einsturzsicher gemacht werden kann. Von Kosten in Höhe von 120.000 Euro war die Rede.

Nun will Ketelhut die Statik nochmals untersuchen lassen. Nachdem sich im Ausschuss kein Widerspruch regte, will Bürgermeister Michael Müller dies selbst veranlassen. „Das ist ein gutes Unterfangen“, meinte dessen zweiter Stellvertreter Gerhard Meinl. „Bevor wir die Bunker alle nicht mehr haben – lassen wir es prüfen.“

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