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Seltenes Gut: Auch in Geretsried gibt es zu wenig günstigen Wohnraum.  

Wohnungslosenhilfe der Caritas schlägt Alarm

Immer mehr junge Geretsrieder sitzen auf der Straße

Es gibt zu wenige Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen in Geretsried. Die Obdachlosenhilfe der Caritas stellt das vor große Probleme: So gut wie alle Zimmer in der einzigen Notunterkunft sind belegt. 

Geretsried – Fünf Zimmer für je zwei Personen stehen der Wohnungslosenhilfe der Caritas im städtischen „Haus Klara“ an der Jeschkenstraße zur Verfügung, um dort obdachlose Menschen vorübergehend unterzubringen. Im Moment sind nur zwei von zehn Betten frei. Für die acht in der Unterkunft lebenden Bewohner – Alkoholiker, psychisch Kranke, Asylbewerber und andere Ausländer – konnten die Caritas-Mitarbeiterinnen Claudia König-Heinle und Christine von Pechmann im vergangenen Jahr keine bezahlbaren Wohnungen finden. Gleichzeitig stehen nach Auskunft der beiden Frauen für 2018 bereits fünf Räumungstermine in Geretsried an. „Die Zahl der Wohnungslosen steigt. Unter unseren Klienten sind immer mehr junge Menschen mit Drogen- oder psychischen Problemen sowie Zuwanderer aus Osteuropa“, sagte von Pechmann in der Stadtratssitzung am Dienstag im Rahmen ihres Jahresberichts. Thomas Faller von der Sozialen Beratung der Caritas erklärte, die Situation sei im gesamten Landkreis angespannt.

Mobile Homes oder Holzhäuser?

An Lösungen schlug König-Heinle den Stadträten folgende Möglichkeiten vor: das Aufstellen von Mobile Homes wie etwa in Reichersbeuern für Asylbewerber geschehen; den Bau von Holzhäusern wie an der Jahnstraße, wo ebenfalls Asylbewerber leben, oder eine Vereinbarung mit der Baugenossenschaft. Diese könnte eine Anzahl an Wohnungen für Notfälle reservieren.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) sprach sich gegen Mobilheime aus, auch wenn man eventuell die leer stehenden Container von den Gemeinden Reichersbeuern und Sachsenkam übernehmen könnte. Sie würden zu einer „Stigmatisierung der Bewohner“ führen. Besser seien gemischte Wohnformen wie in der geplanten Siedlung an der Banater Straße. Die Stadt baue in den nächsten fünf Jahren über 1000 Wohnungen, darunter günstige Mietwohnungen, sagte Müller. „Es ist kaum mehr zu machen.“

Hans Ketelhut (CSU) sieht den Staat gefordert. Er halte Wohnungen für Asylbewerber frei, statt sie an die „eigenen Leute“ zu vergeben, kritisierte er. Sabine Lorenz (CSU) appellierte an die örtlichen Firmen, ihren Mitarbeitern Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Schnell kann man sein Dach über dem Kopf verlieren

Wie schnell man sein Dach über dem Kopf verlieren kann, hat SPD-Stadtrat Wolfgang Werner Anfang des Jahres erlebt. Er war von dem durch eine Silvesterrakete ausgelösten Brand an der Sudetenstraße betroffen. „Diese Situation wünsche ich niemandem“, sagte er. Gleichzeitig bedankte er sich öffentlich bei der Baugenossenschaft als Eigentümerin der Wohnanlage sowie bei Bürgermeister Michael Müller für die schnelle Hilfe in der Not: „Das werde ich Ihnen nie vergessen, was Sie für mich und meine Familie getan haben.“

Tanja Lühr

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