Amtsgericht Wolfratshausen
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Vor dem Amtsgericht Wolfratshausen ging es um eine junge Geretsriederin, die eine „wilde Phase“ hinter sich hat.

Amtsgericht Wolfratshausen

Geretsriederin (19) beleidigt Polizisten auf Instagram: 350 Euro Geldstrafe

  • vonRudi Stallein
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Als „Hurensohn Nummer eins“ hat eine Geretsriederin einen Polizisten beleidigt. Auch wenn sie es heute bereut: Es kam sie teuer zu stehen.

Geretsried – Dass sie auf Instagram mit einem Quartett vieldeutiger Fotos auf seine Person angespielt hatte, hätte ein Geretsrieder Polizist womöglich verschmerzen können. Aber dass das junge Mädel ihm in dem sozialen Netzwerk auch noch den Titel „Hurensohn Nummer eins“ verliehen hatte, war zu viel des Guten. Deshalb musste sich eine 19-jährige Verkäuferin, die zur Tatzeit noch in Geretsried lebte, nun wegen Beleidigung verantworten.

Dass dazu das Jugendschöffengericht am Wolfratshauser Amtsgericht zusammenkam, lag daran, dass die Angeklagte in den vergangenen drei Jahren die Justiz bereits fünf Mal beschäftigt hatte. In ihrer letzten Verhandlung im September 2020 war sie wegen Nötigung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe hatte das Gericht zur Bewährung ausgesetzt. Als Warnung gab es damals eine Woche Dauerarrest.

Ein Jugendarrest zeigt Wirkung

Die Tage in der Arrestanstalt zeigten Wirkung. Jedenfalls gab sich die Angeklagte hinsichtlich der Beleidigung - die Instagram-Aktion hatte sie schon vor der letzten Verurteilung abgeliefert – reumütig. „Wenn er jetzt hier wäre, würde ich ihm sagen: Es tut mir leid“, erklärte die Beschuldigte. Weil sie geständig war, hatte das Gericht jedoch auf Zeugen verzichtet.

„Das war ihre wilde Phase“, erklärte der Verteidiger. Außerdem sei dies ein klassischer Fall, der zeige, wie schnell man heute, begünstigt durch das Internet, eine Dummheit mache. „Da ist schnell mal was raus, was man sonst nie sagen würde.“ Inzwischen sei die 19-Jährige „sehr motiviert, ein straffreies Leben zu führen“, bestätigte der Jugendgerichtshelfer, was auch der Bewährungshelfer festgestellt hatte. Seine Mandantin habe „mit dieser Lebensabschnittsphase abgeschlossen“, betonte der Verteidiger.

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Das Schöffengericht folgte dem Vorschlag der Jugendgerichtshilfe: Das Urteil aus der vorherigen Verhandlung bleibt bestehen, somit auch die Bewährungszeit für die junge Frau, die wegen der Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 350 Euro verurteilt wurde. „Ein Polizist muss sich wegen seiner Arbeit nicht beleidigen lassen“, betonte Richterin Friederike Kirschstein-Freund. „Aber ich sehe auch, dass Sie sich stabilisiert haben und auf einem richtig guten Weg sind.“ Die Angeklagte nahm das Urteil an.

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