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„Man taucht in eine andere Welt ab, das macht Spaß und entspannt“: Das sagt Büchereileiter Björn Rodenwaldt, selbst ein bekennender Spiele-Fan. Seit Mai bietet er jeden ersten Freitag im Monat einen Spiele-Treff an.

Stadtbücherei bietet jeden ersten Freitag im Monat einen Spiele-Treff an

Sie wollen nur spielen

Geretsried  - Die Stadtbücherei bietet jeden ersten Freitag im Monat einen Spiele-Treff an - und schließt damit eine Marktlücke.

Das Land Andor ist in Gefahr. Feinde rücken aus den Wäldern auf die Burg des Königs zu. Nur eine kleine Heldengruppe stellt sich ihnen entgegen. Werden sie die Burg verteidigen können? „Die Legende von Andor“ ist ein so genanntes kooperatives Spiel, in dem die Teilnehmer gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Solche echten Spiele-Helden kommen seit Mai dieses Jahres an jedem ersten Freitag des Monats in der Geretsrieder Stadtbücherei zusammen.

Ins Leben gerufen hat den Geretsrieder Spiele-Treff Büchereileiter Björn Rodenwaldt. Er ist selbst ein bekennender Spiele-Fan. Ob Rollenspiele, Kartenspiele oder Fantasy-Brettspiele, alles wird hier ausgekartelt und gewürfelt. „Man taucht in eine andere Welt ab, das macht Spaß und entspannt“, findet Rodenwaldt.

Besucher kommen nicht nur aus Geretsried

An diesem Freitag sind rund 20 Erwachsene mit ihren Kindern gekommen. Sie haben Taschen voller Spielekartons in allen Größen und Formaten mitgebracht. Die 35-jährige Otti Daniel aus Geretsried kommt regelmäßig zum Treff, „weil man hier immer neue Spiele ausprobieren kann“. Auch Michael Zwack aus Sindelsdorf macht sich gern auf den weiten Weg So was Geretsried. „Sowas gibt es bei uns leider nicht“, sagt er und freut sich, dass seine Spiele nun nicht mehr im Schrank verstauben müssten. Hier habe er neue Freunde gefunden. Der 30-jährige Chemie-Laborant wollte selbst schon mal einen solchen Treff initiieren, es scheiterte aber an verfügbaren Räumlichkeiten. „Prima, dass die Stadt Geretsried die Bücherei zur Verfügung stellt und die Getränke auch noch dazu spendiert.“ Zwack hat dafür Chipstüten mitgebracht, die er an den vorbereiteten Tischen verteilt.

"Agricola" fordert strategisches Denken

Dort sitzen bereits Michael und Anja Kreser aus Bichl. Sie sind Spiele-Kenner und -Sammler. „Wir haben eine ganze Schrankwand voll davon“, verrät Kreser schmunzelnd. Für diesen Abend schlägt er das Spiel des Jahres 2008 vor. Es heißt „Agricola“, und die Mitspieler müssen Bauernhöfe aufbauen und mittels Ackerbau und Viehzucht eine stetig wachsende Familie versorgen. Das Spiel dauert lange und fordert strategisches Denken. Immer mehr Holz-Schäfchen und -Kühe weiden auf dem farbenfrohen Spielbrett, immer mehr Gebäude und Scheunen entstehen, immer mehr Kartenstapel mit Anweisungen liegen vor den Teilnehmern. Spiel-Laien mögen verzweifeln, um hier den Überblick zu behalten.

An einem anderen Tisch wird derweil das Kartenspiel „Saboteur“ vorsortiert und erklärt. Darin suchen Zwerge nach dem großen Goldschatz und müssen sich mittels Spielkarten, die aneinandergelegt werden, durchs Erdreich wühlen. Während die Erwachsenen stillschweigend überlegen, toben die Kinder nebenan herum. Auch für sie hat Rodenwaldt eine Spielecke hergerichtet. Der Büchereileiter freut sich, dass seine Idee so gut angenommen wird. Ausbaufähig sei noch die Sparte der „Pen-and-Paper-Rollenspiele“, bei denen die Teilnehmer über Wochen feste Spielpartner haben und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.

Der Spiele-Treff findet jeden ersten Freitag im Monat in der Stadtbücherei statt und beginnt um 19 Uhr. Bei Interesse kann man auch über die E-Mail-Adresse spieletreff-geretsried@googlegroups.com Kontakt aufnehmen.

Von Andrea Weber

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