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Ein erster Entwurf: So könnte der siebengeschossige Erweiterungsbau auf dem Karl-Lederer-Platz aussehen. Über einem Vollsortimenter ist eine öffentliche Ebene vorgesehen. Dort könnte zum Beispiel die Stadtbücherei untergebracht werden.

Stadtbücherei in der Innenstadt ?

Zentrum und Lorenz-Areal: Das sind die aktuellen Pläne

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Geretsried – Es sind viele Puzzleteile, aber langsam setzt sich das Bild zusammen. Bürgermeister, Architekt und Investoren erläuterten die Pläne für die beiden Großprojekte im Stadtzentrum sowie das Wohngebiet auf dem ehemaligen Lorenz-Areal.

„In vier bis fünf Jahren nach Baubeginn könnten alle drei Leuchtturmprojekte bezugsfertig sein“, sagte Architekt Klaus Kehrbaum.

Noch aber ist nichts entschieden. Derzeit liegen die Bebauungspläne für die Grundstücke Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 (Familie Krämmel) und Egerlandstraße 58 bis 74 (Baugenossenschaft Geretsried) öffentlich aus. Erste Einwände sind bereits eingegangen. Sie betreffen laut Kehrbaum vor allem den geplanten Erweiterungsbau der Familie Krämmel auf dem Karl-Lederer-Platz. Der „Klotz“, wie in Kritiker gerne nennen, soll siebengeschossig werden und würde den Platz deutlich verkleinern. Trotzdem wären nach Aussage des Architekten weiterhin Veranstaltungen möglich. Auch das Argument der Verschattung glaubt er entkräften zu können.

Erläuterten der Presse ihre Pläne: (v. li.) Architekt Klaus Kehrbaum, Investor Reinhold Krämmel, Wolfgang Selig (Geschäftsführer der Baugenossenschaft), Bürgermeister Michael Müller, Wirtschaftsförderin Annette Hilpert und Investor Korbinian Krämmel.

„Wir brauchen den Mut zur Veränderung, wir müssen unseren Blick für Neues öffnen“, warb Bürgermeister Michael Müller für das Projekt. „Es war doch alles so schön – damit kommen wir nicht weiter. So wird Stadtentwicklung nicht funktionieren.“ Um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, müsse man den Karl-Lederer-Platz enger fassen. Geschäfte, Dienstleistungen und auch öffentliche Einrichtungen sollen sich dort konzentrieren. Deshalb überlegt der Bürgermeister, die Stadtbücherei und die Volkshochschule in die Innenstadt zu verlegen. Eine Möglichkeit bestünde im ersten Obergeschoss des neuen Krämmel-Baus. Darunter ist nach dem Konzept einer Markthalle ein Vollsortimenter geplant.
 
Ursprünglich wollte die Familie Krämmel ihren Altbau bereits in diesem Juli abbrechen. Weil der Stadtrat den Bebauungsplan aber erst nach der Sommerpause verabschieden kann, verzögert sich das Ganze. „Ohne Satzungsbeschluss fangen wir nicht an“, sagte Korbinian Krämmel, der mit seinem Vater Reinhold zum Pressegespräch gekommen war. Der Abbruch ist nun für den Winter geplant, der Baubeginn für das Frühjahr 2017. Weil die Familie Krämmel damit einen Impuls für die weitere Zentrumsgestaltung geben will, hat sie ihr Projekt „Puls G“ genannt.

Auch die Baugenossenschaft Geretsried (BG) will ihren Altbau an der Egerlandstraße abbrechen. Dort soll neben einem Wohn- und Geschäftshaus auch ein Parkhaus entstehen. Ein Wettbewerb für die Fassadengestaltung ist in Vorbereitung. Allerdings kann die BG erst anfangen, wenn für die 70 Mietparteien Ersatzwohnrum geschaffen ist. Der soll auf dem ehemaligen Lorenz-Areal entstehen.

600 bis 700 Wohnungen sollen an der Banater Straße entstehen. Ein Vorbild könnte das Wohngebiet am Michelsberg in Ulm sein.

Der Bebauungsplan für das neue Wohngebiet an der Banater Straße wird ab dem 11. Juli öffentlich ausgelegt. Laut Korbinian Krämmel sollen voraussichtlich ab Frühsommer 2017 nach und nach 600 bis 700 Wohnungen entstehen, darunter jeweils 165 bis 185 geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen. Davon würde wiederum jeweils die Hälfte die Baugenossenschaft errichten. Die restlichen Miet- sowie die Eigentumswohnungen baut die Firma Krämmel. „Unsere Ziele sind bezahlbarer Wohnraum, eine funktionierende Sozialstruktur und eine attraktive Architektur“, erklärte Seniorchef Reinhold Krämmel. Dies alles unter einen Hut zu bringen, sei „eine große Herausforderung“.
 
Ein wichtiger Gesprächspartner sei die Regierung von Oberbayern. Deren Rat: „Es darf kein Schlaf-Ghetto werden, es darf aber auch das Zentrum nicht schwächen.“ Deshalb sind in der neuen Siedlung nur kleinere Läden wie etwa ein Bäcker mit Café vorgesehen. Fest eingeplant ist eine Kindertagesstätte mit fünf bis sechs Gruppen. Inwieweit auch eine Schulerweiterung erforderlich ist, lässt die Stadt derzeit untersuchen. Laut Kehrbaum werden in dem neuen Wohngebiet 1200 bis 1500 Menschen leben. Was dafür an sozialer Infrastruktur noch erforderlich ist, will der Investor mit relevanten Gruppen in der Stadt besprechen. Dazu zählen der Jugendrat, der VdK und Behindertenverbände.

Reinhold Krämmel begrüßte es, dass sich die Baugenossenschaft an dem Projekt beteiligt. Sie habe einschlägige Erfahrung im sozialen Wohnungsbau. BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig wiederum würdigte es, dass ein privater Investor in das Thema einsteigt. Anders sei der große Bedarf an Sozialwohnungen „nicht zu stemmen“.

sas

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