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Die zerstörte Brunnenfigur am Karl-Lederer-Platz wird repariert.

Die Grazie kehrt zurück

Zerstörte Grazie: Stadt lässt Brunnenfigur reparieren

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Geretsried – Die zerstörte Wasserträgerin am Karl-Lederer-Platz wird repariert: Das hat die Stadt beschlossen. Es hätte noch drei Alternativen gegeben.

Die zerstörte Brunnenfigur von Bildhauer Wilhelm Srb-Schloßbauer am Karl-Lederer-Platz wird repariert. Das hat der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Die Kosten dafür liegen zwischen 5000 und 10 000 Euro.

Viele Bürger waren traurig und entsetzt, als sie von der Zerstörung der Wasserträgerin erfahren hatten. Unter bislang ungeklärten Umständen war die Figur samt Holzeinhausung in der Nacht auf den 20. November des vorigen Jahres umgestürzt. Vermutlich wurde sie von Vandalen umgeschubst. „Wir wissen bis heute nicht, wer und wie es war“, erklärte Bürgermeister Michael Müller (CSU) in der Ausschusssitzung.

Ausschuss wählte aus vier Alternativen aus

Dafür ist inzwischen aber klar, dass die Skulptur restauriert werden kann. Als Alternative zur Reparatur hatte die Stadt drei andere Varianten ausgearbeitet: Der Nachbau der Brunnenfigur aus Stein hätte zirka 30 000 Euro gekostet, eine Nachbildung aus Bronze etwa 50 000 Euro. Die günstigste Methode wäre der Verzicht auf eine Wiederaufstellung in dem Ensemble aus drei Figuren gewesen. Stattdessen hätte nur noch die Ente aus Stein aufgestellt werden können, die neben der Wasserträgerin stand – als eine Art Mahnmal. Das hätte gut 2000 Euro gekostet.

„Das Original ist besser als eine Kopie“, konstatierte Bürgermeister Müller. Die anderen Ausschussmitglieder stimmten ihm zu. „Es kommt nur eine Reparatur in Frage“, sagte Volker Witte (Grüne). Lediglich das Original könne die Authentizität des Ensembles, laut Witte „ein Wahrzeichen für Geretsried“, wiederherstellen. Sonja Frank (Freie Wähler) betonte, anderes Material würde dem Kunstwerk „eine andere Ausstrahlung“ verleihen – und das wäre nicht gut.

Statik der Grazie muss verbessert werden

Vor gut einem Monat hat der renommierte Bildhauer Prof. Dr. Josef Henselmann die Wasserträgerin auf Einladung des Rathauschefs begutachtet. Die Figur lasse sich wieder zusammenführen. Lediglich die Statik müsse verbessert werden. Das könnte laut Müller durch eine Bohrung im Inneren und eine Verstärkung des Materials mit Steinkleber geschehen. „Das müssen wir aber den Experten überlassen.“ Grundsätzlich sei die Statik der Brunnenfigur problematisch, da sie auf zwei Beinen stand – und damit relativ leicht umzustürzen gewesen sei. Dass die Grazie möglicherweise nicht vollständig wiederhergestellt werden kann, ist für Sabine Lorenz (CSU) kein Problem. „Wenn sie nicht 100 Prozent ist, ist sie nicht 100 Prozent. Aber sie gehört zu Geretsried.“

Die Idee von Karin Schmid (CSU), die Figur an einen Sockel anzulehnen und mit einer kleinen Tafel auf den Vandalismus hinzuweisen, begeisterte im Ausschuss niemand. „Das ist nicht im Sinne des Künstlers“, sagte Witte. „Bei einer Umwidmung würde sich Herr Srb-Schloßbauer im Grabe umdrehen.“

Vereine und Privatpersonen haben gespendet

Zahlreiche Vereine und Privatpersonen unterstützen bislang den Wiederaufbau der Figur finanziell. Insgesamt gingen bislang gut 4000 Euro bei der Stadt ein – unter anderem von der Griechischen Gemeinde, der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Südostdeutschen Landsmannschaft, den Trachtengruppen der Banater Schwaben und Deutschen aus Ungarn sowie den Siebenbürger Sachsen. Laut Müller hat auch der Museumsverein eine Spende angekündigt. Damit ist fast die Hälfte der Reparaturkosten beisammen. Müller: „Allen Unterstützern herzlichen Dank.“

dor

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