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Seit 2007 befindet sich die "Vaterunser"-Säule von Otto Süßbauer (re.) im Eigentum der evangelischen Petruskirche. Wolfram Weiße (li.) sammelte damals Spenden. Pfarrer Dr. Theo Heckel freute sich sehr über das Kunstwerk.

Das ist eine unendliche Geschichte

Zerstörte Säule: So reagiert Künstler Otto Süßbauer

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Geretsried/Mooseurach – Zum wiederholten Mal ist ein Kunstwerk des Bildhauers Otto Süßbauer mutwillig beschädigt worden. Der Künstler ist enttäuscht.

Wie berichtet traktierten Unbekannte mit Fußtritten die Vaterunser-Säule, die hinter dem Glockenturm der Petruskirche an der Egerlandstraße steht. „Das ist eine unendliche Geschichte“, sagt der Bildhauer aus Mooseurach im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bei der Säule handelt es sich um ein Metallgestell aus Bronze, auf der das Gebet Vaterunser dargestellt ist. Die Buchstaben sind filigran in das Metall eingefräst. Vor etwa zehn Jahren wurde sie vor der Petruskirche aufgestellt. Jetzt hat die Säule, deren Wert sich auf mehrere tausend Euro beläuft, an mehreren Stellen Dellen und Risse. „Gott sei dank ist sie nicht komplett kaputt“, sagt Süßbauer, der 2014 mit dem Kunstpreis des Landkreises ausgezeichnet wurde.

Er will die Säule abbauen und in seiner Werkstatt reparieren. Ob ein Versicherungsschutz besteht, muss erst noch geprüft werden, denn das Werk ist inzwischen Eigentum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Derartige Sachbeschädigungen an seinen Kunstwerken sind für Süßbauer nichts neues.

Bei der 1000-Jahr-Feier Wolfratshausen („Mille Wor“) wurden seinem Bronzeschweinchen die Beine abgerissen sowie seine „Besteckkugel“ massiv demoliert. Das Original seiner Vaterunser-Säule wurde während einer Kunstmeile von Unbekannten in die Loisach geworfen und stark beschädigt. „Das ist alles nicht mehr lustig und man muss aufpassen, dass man nicht den Mut verliert“, sagt der Bildhauer hörbar enttäuscht. Aus seinen Händen stammt übrigens auch die Skulptur, die die Kulturpreisträger der Stadt überreicht bekommen.

nej

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