Amtsgericht

Zickenkrieg auf dem Damenklo

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Zwei junge Frauen waren eigentlich mal befreundet - bis sich die eine mit der falschen anfreundete. Nach einer Rangelei auf der Damentoilette trafen sich die drei nun vor Gericht.

Geretsried/Wolfratshausen Sie waren mal Freundinnen, haben sich „super verstanden“ – die Angeklagte, eine Fachverkäuferin (27) aus Königsdorf, und ihr Opfer, eine Apothekenhelferin (26) aus Geretsried. Das änderte sich grundlegend, als sich die Geretsriederin mit einer ehemaligen Nebenbuhlerin (21) der Angeklagten („Sie hatte mal was mit meinem Ex“) anfreundete. Als die drei eines Nachts – allesamt gut angetrunken – auf der Damentoilette in der Diskothek M1 zufällig zusammentrafen, eskalierte die Situation. Deshalb sahen sich die streitbaren Mädels jetzt vor Gericht wieder.

Geschubst und an den Haaren gezogen

Die 27-Jährige soll beim Hinausgehen aus der Toilette zunächst ihre Ex-Freundin geschubst und kräftig an den Haaren gezogen haben. Dann schlug sie laut Anklageschrift der 21-Jährigen mit den Fäusten mehrmals auf den Kopf. Sie verließ die Toilette, kam kurz darauf wieder und trat der 26-Jährigen in den Bauch. Hämatome am Kopf, Schürfwunden, Blutergüsse und Bauchschmerzen waren die ärztlich attestierten Folgen. Die Geretsriederin musste zudem fünf Tage lang eine Halskrause tragen.

„Sie provozieren mich ständig“, suchte die Angeklagte vor Gericht nach Entschuldigungen für ihr Verhalten. „Ich bin normal raus, habe sie nur leicht gerempelt. Dann hat sie nach mir getreten.“ Ihre Rivalin an den Haaren gezogen zu haben, stritt sie ebenso ab wie Schläge auf den Kopf und einen Tritt in den Bauch. Gleichzeitig musste die Königsdorferin eingestehen: „Das ist Kindergarten, das schlägt mir langsam auf die Psyche.“ Sie gehe schon kaum mehr irgendwo hin, weil die Provokationen nicht aufhörten. „Wenn ich sie sehe, gehe ich. Ich hab’s bis hier oben voll“, sagte die Angeklagte, die von der 21-jährigen nicht zum ersten Mal angezeigt worden war. Zwei Einträge wegen Beleidigung stehen bereits in ihrem Vorstrafenregister.

Richter: „Gegenseitige Provokation“

Die beiden Geschädigten wiederholten vor Gericht ihre Anschuldigungen, die sie schon kurz nach dem Vorfall Ende März 2017 gegenüber der Polizei gemacht hatten. Unter Einbeziehung des letzten Urteils, das erst sechs Wochen vor dem jüngsten Vorfall gegen die Angeklagte ergangen war, verurteilte Richter Helmut Berger die Königsdorferin wegen Körperverletzung in zwei Fällen – die Tritte in den Bauch konnten nicht bewiesen werden – zu 2700 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze à 30 Euro). Strafmildernd nahm der Richter „gegenseitige Provokationen“ an. Er hoffe nun auf ein Ende der Streitigkeiten, so Berger. „Mir wäre auch daran gelegen, dass unser Verhältnis wieder besser wird“, erklärte die geschädigte Apothekenhelferin, nachdem sich die Angeklagte in der Verhandlung bei der Ex-Freundin entschuldigt hatte. 

Rubriklistenbild: © dpa

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