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Verstehen sich auf Deutsch und Französisch: die beiden Mädchen Caroline Rieth (li.) und Lazarine Petavy. 

Schüleraustausch

Ziemlich beste Freundinnen

Geretsried - Als „Freundschaft fürs Leben“ schätzt Carmen Rieth die Verbindung ein, die sich zwischen ihrer Tochter Caroline und Lazarine Petavy aus Chamalières, der Geretsrieder Partnerstadt, entwickelt hat. Drei Monate war die Französin bei der Familie zu Gast.

„Kennengelernt haben wir uns während eines einwöchigen Schüleraustauschs in der achten Klasse. Wir haben uns sehr gut verstanden und wollten uns wiedersehen“, erzählt die 14-jährige Caroline am heimischen Esstisch. Jetzt, in der neunten Klasse, entschied sie sich zusammen mit zwei Klassenkameradinnen, über das deutsch-französische Programm „Brigitte Sauzay“ einen individuellen Austausch zu organisieren. Mutter Carmen betont: „Das war natürlich ein großer Vorteil, dass sich die Mädchen schon kannten und gut verstanden.“ Caroline und Lazarine lernen die Sprache der jeweils anderen seit vier Jahren. „Wenn wir uns unterhalten, spricht Lazarine deutsch und ich französisch. So lernen wir beide“, meint Caroline.

Neben der Sprache hat Lazarine einige kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern festgestellt. „Ich war überrascht, wie locker es im Unterricht ist, dass man auch mal mit seinem Nachbarn sprechen kann. In Frankreich ist das sehr streng.“ Etwas irritierend war zunächst, dass „die Deutschen sehr oft essen“. Lazarine meint damit die Brotzeit für die Schule oder – sie deutet auf den Teller vor sich – dass wie jetzt in der Adventszeit oft Plätzchen auf dem Tisch stehen. „Das ist aber cool, wir haben sie zusammen gebacken“, sagt sie und schnappt sich ein Marzipanherz. „Das sind die Besten.“ Das Vorurteil, dass die Deutschen wenig Humor hätten, kann sie nicht bestätigen. „Aber dass sie sehr pünktlich sind, stimmt genau“, sagt sie.

Auf vielen Ausflügen hat Lazarine Bayern erkundet, besonders Schloss Neuschwanstein hat es ihr angetan. Ein bisschen Dialekt hat die Französin auch gelernt: „I mog di – das stand auf dem Lebkuchenherz, das mir Caroline auf dem Oktoberfest geschenkt hat“, meint sie und lächelt verschmitzt.

Carmen Rieth berichtet: „Lazarine hat sich schnell integriert und war sehr offen. Die Mädchen sind sich sehr ähnlich. Beide machen viel Sport, kommen aus einer kinderreichen Familie und sind musikalisch.“ Caroline deutet auf die beiden Geigenkasten neben der Tür. „Gleich ist Probe. Bevor Lazarine am Samstag nach Hause fliegt, spielen wir beim Weihnachtskonzert des Gymnasiums noch zusammen im Jugendsymphonieorchester“, sagt das Mädchen.

Doch nicht nur die Hobbys der Schülerinnen harmonieren gut. Sie selbst gehen sehr herzlich miteinander um und necken sich auch mal – getreu dem Spruch auf den T-Shirts, die Lazarine als Gastgeschenk mitgebracht hat: „Es kann keine zwei Lösungen geben, entweder ich habe recht oder du hast unrecht.“ Wenn die zwei Mädchen allerdings sagen, dass sie sich schon sehr auf Carolines Gegenbesuch im nächsten Jahr freuen, haben gewiss beide recht.

Weihnachtskonzert

Das Geretsrieder Gymnasium veranstaltet am Freitag, 9. Dezember, sein traditionelles Weihnachtskonzert. Es beginnt um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums an der Adalbert-Stifter-Straße 14. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Magdalena Höcherl

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